Das Monster wird bemalt
Palästinensische Kinder, deren Zuhause ihnen nichts als den Blick auf die meterhohe Mauer bietet, bemalen das Monster. Unterstützung bekommen sie dabei von KünstlerInnen aus San Francisco und Frauen von IWPS.
Quelle:
IWPS Info, 19. Juli 2004, Kinder & Künstler malen Gemälde
an die Mauer
Seit neun Monaten sehen die Kinder Maisa, Assia, Ishak,
Nidal und Shaad vor ihrem Haus anstatt ihres Dorfes Mas’ha die
acht Meter hohe graue Mauer. Im Palästinenserdorf Mas’ha,
Bezirk Salfit, steht der Sperrwall überall in Form des Zaunes,
nur zwischen dem Haus der Familie Amer und dem Dorf stehen 40 Meter
Betonblöcke. Das Haus selbst ist umzingelt von Zaun und Mauer und
die Familie kann nur durch ein kleines Tor ins Dorf hinein und hinaus.
Bei jeder Öffnung ergeht ein Alarmsignal ans israelische Militär.
Besucher waren bis vor kurzem verboten. Seit die Familie Amer im israelischen
Fernsehen war, können nun Verwandte und Freunde nach Anmeldung
beim
israelischen Militär zu Besuch kommen.
Am Sonntag, 18. Juli 2004, verwandelten die Kindern mit ihren Freunden den traurigen Maueranblick in einen der Hoffnung. Dort wo dunkler Beton war, erhebt sich nun ein gelber Vogel aus einem grünen Tal, gesprenkelt mit roten Blumen. Frauen des Internationalen Frauen-Friedensdienstes (IWPS) kamen mit Künstlern aus San Francisco (Mitglieder des "San Francisco’s Break the Silence Mural Project") sowie Freunden aus dem Nachbardorf und brachten Farben und Pinsel, um das Mauergemälde zu erstellen. Soldaten stoppten die Aktivisten am Toreingang, kontrollierten die Pässe und verlangten die erforderliche Genehmigung. Nach 20 Minuten aber durfte die Familie ihren Besuch hereinlassen und die Kunstparty begann. Über 20 Kinder und fünf Erwachsene malten sechs Stunden lang an ihrem Werk. Vor einem Jahr, als Aktivisten verhindern wollten, dass der Schafstall der Familie beim Mauerbau zerstört wird, wurden 45 Israelis und Internationale verhaftet. Diese direkte Aktion verlief hingegen friedlich, auch wenn die Soldaten alles beobachteten, aber diesmal nicht intervenierten.
Susan aus San Francisco erklärt, sie und IWPS organisierten dieses Kunstprojekt für die Kinder der Familie Amer, "weil diese durch ihr Leben im Privatghetto und die dauernde Militärpräsenz in ihrem Haus traumatisiert sind. Ich möchte helfen, ihr Heim für sich zu beanspruchen und zu verwandeln." Hani Amer, der Vater der fünf Kinder meint: "Wenn ihr hierher kommt, um mit den Kindern zu malen, gebt ihr ihnen das Gefühl, dass sie hier leben können."
Bitte sehen Sie sich die Fotos dieser bunten Aktion an
unter www.womenspeacepalestine.org/masha_mural.htm.
Bilder in druckfähiger Auflösung sowie ein Video der Aktion
ist ebenfalls bei IWPS erhältlich.
Zur Zeit bearbeiten israelische Bulldozer in drei Dörfern
des Bezirkes Salfit den Weg durch Olivenhaine für die Apartheidmauer.
Das Militär beantwortet gewaltfreie Demonstrationen der Dorfbewohner
mit Tränen- und Nervengas, oft mit Gummigeschossen. Zahlreiche
Verletzte sind für die Dorfambulanz Routine geworden.
Für neueste Informationen, Fotos und Videos besuchen sie bitte unsere Homepage www.iwps.info.
Wir suchen noch mehr Helfer für die Olivenernte. Bewerbungsunterlagen im Anhang. Informationen unter www.womenspeacepalestine.org
