AUFRUF AN DIE AKADEMIKER/INNEN ISRAELS
Wir verbreiten
diese Erklärung unter europäischen Verbänden und Vereinigungen
von Wissenschaftlern und Lehrenden. Wir bitten eindringlich alle, die
auf ihrer Basis mit uns ihre israelischen Kolleginnen und Kollegen zur
Unterstützung eines baldigen Endes der Besatzung aufrufen wollen,
entweder:
1. die Erklärung im vorliegenden Wortlaut zu unterzeichnen oder
2. sie als Ausgangspunkt und Grundlage für eine eigenständig
verfasste Resolution des jeweiligen Verbandes zu nutzen
In jedem Fall bitten wir um Zusendung von Unterschriften und ggf. Resolutionen
an die
EJJP elektronische Adresse: contact@ejjp.org oder an die o. a. Anschrift,
Die erste Sendung der gesammelten Unterschriften wird in vier Wochen
veröffentlicht und an israelische Verbände, an Knessetabgeordnete
sowie an Friedensaktivisten in Israel und Palästina weitergeleitet.
Die nächste Sendung in diesem Jahr erfolgt vier Wochen nach Beginn
des akademischen Jahres 2005/06 im kommenden Herbst (1. Oktober).
AkademikerInnen und LehrerInnen außerhalb Europas, die dem Aufruf
zustimmen, sind herzlich eingeladen, ihn ebenfalls zu unterzeichnen
oder als Basis für eine Verbandsresolution zu nutzen, um ihrer
Unterstützung Ausdruck zu verleihen.
10. Juni 2005
Aufruf an israelische Akademikerinnen und Akademiker
Die Föderation, European Jews for a Just Peace (Europäische Juden für einen gerechten Frieden), die der internationalen Solidaritätsbewegung zur Unterstützung der Menschen- und politischen Rechte von Israelis und Palästinenser gleichermaßen angehört, ruft alle israelischen Akademiker auf, die anhaltende Präsenz der israelischen Armee auf palästinensischem Territorium zu boykottieren.
Uns ist bekannt, dass viele Mitglieder der akademischen Gemeinschaft und in der Tat auch vieler anderer Bereiche der israelischen Gesellschaft wissen, dass in einer solchen Präsenz der Kern des Problems liegt.
Unter den gegebenen Umständen genügt es jedoch nicht mehr, still gegen die Besatzung zu opponieren. Jetzt ist es nötig, sich so lautstark wie möglich gegen ihre Aufrechterhaltung einzusetzen.
Vor dem Hintergrund der vielfältigen Erfahrungen aus den Friedens- und Menschrechtsbewegungen in Europa erscheint es uns erforderlich, alle akademischen Verschmelzungen mit der Besatzung sowie mit den Siedlungen und Siedlern zunächst offen zu legen und danach zu aufzuheben. Das schließt alle Verbindungen mit dem Apparat der Besatzung ebenso wie alle Beiträge zu ihrer Unterstützung einschließlich der Militärforschung.
Wir bitte die israelischen Lehrer und Hochschullehrerverbände auf, Resolutionen zu verabschieden, in denen sie ihre Opposition zur Besatzung klar stellen und sich verpflichten, sich in ihren Arbeitsbereichen gegen sie einzusetzen.
Akademische Freiheit ist unteilbar. Gleichwohl wird Palästinensern durch die israelische Obrigkeit das Recht auf freien Zugang zu Bildung und Ausbildung auf allen Ebenen, ganz zu schweigen von der Redefreiheit auf höchster Ebene, versagt. Die Barrieren, die durch die verschiedenen aufeinander folgenden israelischen Regierungen errichtet worden sind, versperren Palästinensern den Zugang zur Bildung. Sie müssen verurteilt und beseitigt werden.
Israelische Akademiker und Lehrer gehören zu jenen, die - damit dies schnellst möglich passiere - am ehesten dazu prädestiniert sind, Druck auf ihre Regierung auszuüben. Akademische Freiheit ist - ebenso wie der Zugang zur Allgemein- und Berufsausbildung - ein unversäußerliches Menschenrecht. Dieses muss von der akademischen Gemeinschaft Israels ausdrücklich anerkannt, energisch verteidigt und entschlossen gefördert werden - für und mit der akademischen Gemeinschaft Palästinas.
Executive Committee
European Jews for a Just Peace
