Bulldozer gehen weiter an Israel. Caterpillar-Aktionärsversammlung lehnte Untersuchung von Häuserzerstörungen in Palästina ab von Norman Griebel, in: junge welt vom 16.04.2005
Der weltweit größte Hersteller von Baumaschinen lehnt eine Untersuchung zum Einsatz der von ihm hergestellten Planierraupen zum Abriß palästinensischer Häuser ab. Auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre der Caterpillar Inc. war ein entsprechender Antrag in dieser Woche in Chicago abgelehnt worden. Dies meldete der arabische TV-Sender Al Dschasira im Zusammenhang mit einem Bericht über den Abriß zweier palästinensischer Häuser in der Stadt Anata am Donnerstag.
Die israelische Armee benutzt Caterpillar-Maschinen, einschließlich der speziell modifizierten D-9- und D-10-Bulldozer, in den besetzten palästinensischen Gebieten. Seit 1967 wurden mit diesen Baumaschinen mehr als 12 000 Häuser zerstört, zehntausende Palästinenser wurden obdachlos gemacht.
Vier römisch-katholische Nonnen und die Organisaton "Jewish Voice of Peace" (Jüdische Stimme für den Frieden - JVP) hatten bei der Caterpillar-Versammlung eine Resolution gegen diese Praxis eingebracht und eine Untersuchung der Verwendung, der an Israel verkauften Planierraupen gefordert. Die Lieferungen widersprächen den Geschäftsgrundsätzen des Unternehmens. "Caterpillars Verkauf von zu Waffen umgerüsteten Planierraupen an das israelische Militär ist gleichbedeutend mit dem Verkauf einer Waffe an eine Person, von der man weiß, daß sie plant, jemanden zu töten", erklärte Liat Weingart, stellvertretender Direktor von JVP. "Auch wenn Caterpillar nicht selbst am Lenkrad sitzt, so stellt die Firma dem israelischen Militär doch die Maschinen sowie Ausbildungspersonal zur Verfügung, um Zivilisten zu schädigen."
Die US-Initiative BootCAT hatte außerdem eine Online-Petition gestartet, mit der Caterpillar aufgerufen wurde, die Belieferung Israels mit Bulldozern einzustellen. Die Aktionäre zeigten sich von beiden Initiativen kaum beeindruckt. Gegen die Entschließung stimmten 97 Prozent von ihnen. Die Aktionäre schlossen sich damit der Forderung des Firmenvorstands an, die Resolution abzulehnen, da das Unternehmen "weder das Recht, noch die Mittel hat, um die jeweilige Verwendung zu überwachen".
