Und sie schwiegen still, und antworteten ihm kein Wort (Isaias, Kapitel 36, Vers 21) von Nurit Elhanan-Peled*, Jerusalem am 28.4.2005
"Die Plünderungen werden augenblicklich nach der Evakuierung beginnen. Einer wird ein Fenster, der andere eine Tür nehmen."
Diese rassistische und boshafte Äußerung - so wie sie vor einigen Tagen veröffentlicht wurde - kam aus dem Mund des Mannes, der an der Spitze des Staates Israel steht, sie war als reine Verhetzung beabsichtigt und um Hass und Verachtung gegenüber jenen zu schüren, mit denen der Staat Israel wirklich Frieden schließen soll. Um die PalästinenserInnen vorzustellen: das Blut ihrer Kindern klebt bereits an jedem Fenster und jeder Tür der kriminellen und überflüssigen Siedlungen, die auf jenem Land gebaut wurden, das ihnen gestohlen wurde. Diese Opfer als Wilde aus der Wüste darzustellen, die kommen werden, um die Häuser auseinanderzunehmen, Fenster und Türen zu plündern, nur um Kleinholz daraus zu machen, weil sie den zweckmäßigen Gebrauch von Fenstern und Türen ja nicht kennen - obwohl sie die Erbauer all dieser jüdischen Siedlungen gewesen sind - ist der Ausdruck von purem, geistig umnachteten, gefährlichem Rassismus, den die aufgeklärte Welt nicht länger dulden kann und darf.
Als in England ein Mitglied des Parlaments zu sagen wagte, dass das Gesundheitssystem unter der Last von MigrantInnen zusammenbricht, wurde es entlassen und der Leiter der Tory Partei wurde schwer kritisiert, wegen seiner rassistischen Äußerungen Migranten gegenüber. Jedoch niemand hat diesen Level von Rassismus und Verhetzung erreicht, den der Premierminister Israels gesetzt hat. Aber dieser Mann, der schon die Idee eines Bürgerkriegs in Umlauf gesetzt hat, den er offensichtlich ersehnt, dieser Mann, der Land gestohlen hat, Eigentum an Grund und Boden geplündert hat, Weingärten zerstört und Obstgärten entwurzelt hat, der mehr gemordet, verwüstet und zerstört hat als jeder andere Politiker in dieser heutigen Welt, wurde für seine Aussprüche nicht angezeigt und wird offenbar nicht dafür vor Gericht gebracht und wird auch nicht für seine hetzerischen Worte und viele andere Verbrechen bestraft werden.
In Folge
des Boykotts, der über den Häuptern israelischer AkademikerInnen
schwebt, eines Boykotts, der sicher diejenigen trifft, die den Frieden
suchen, aber der den Umschwung einer ehemals aufgeklärten akademischen
Welt zum Ausdruck bringt. Besonders die Tatsache, dass die israelischen
AkademikerInnen nicht aufstehen und sich mit einem Aufschrei angesichts
des
verachtenswerten Rassimus ihrer Führungskräfte gegen sie wenden.
Vielleicht ist die Zeit gekommen zu verstehen, wenn Leute der gelehrten
Welt und der Wissenschaft in einem Staat, der bis zum Hals in rassistischem
Diskurs, im Blut von Unschuldigen und in Ungerechtigkeit versunken ist,
derart, dass ähnliches in Jahren nicht zu sehen war, nicht verurteilen
und nicht danach rufen, dass jene Führungsperson, die anstiftet
und aufhetzt zur Verantwortung gezogen wird, wenn Leute der gelehrten
Welt und der Wissenschaft nicht verlangen, dass er seine rassistischen
Wortmeldungen zurücknimmt und diese Worte als eine Selbstverständlichkeit
oder vielleicht sogar als Wahrheit ansehen, dann verdienen diese Leute
der gelehrten Welt und der Wissenschaft jede Verurteilung und jeden
Boykott, den eine aufgeklärte Welt ihnen auferlegen kann.
* Dr. Nurit
Elhanan-Peled, Jerusalem, ist Lektorin in Spracherziehung (Language
Education) an der Hebrew Universitat, der Tel-Aviv Universität
und dem David Yellin Teachers College;
2001 wurde Nurit Elhanan-Peled der Sakharov-Preis für Menschenrechte
und Redefreiheit vom Europäischen Paralament verliehen.
Sie ist Mitglied des Parents-Circle (Elternkreises), des israelisch-palästinensischen
Forums der hinterbliebenen Eltern für Frieden
Quelle:
www.kibush.co.il/show_file.asp?num=2302
Hebräisches Original:
www.kibush.co.il/show_file.asp?num=2233
[dt. Fassung der engl. Übers. v. Mark Marshall: ts]
