Sie schießen auch auf Kinder. Bericht von Victoria Buch/Juliano Mer-Khamis*, Samstag, 5. November 2005
Ahmad Khatib, 11 Jahre alt, spielte gerade mit seinen Freunden in den Gassen des Jenin Flüchtlingslagers, als die israelische Armee (IDF) im oberen Stadtteil mit ihrer täglichen Routine, in Häuser einzubrechen und Menschen zu verhaften, beschäftigt war.
Die Kinder ahmten die Soldaten nach und zielten mit Holzstöcken aufeinander als wären sie Gewehre. Ahmad hielt sein neue Brieftasche, weil er sich ein Band für seine Schuluniform kaufen wollte. So war er auch zufällig unter den spielenden Kindern.
Zuerst traf eine IDF-Kugel seine Hüfte. Die zweite seinen Kopf.
Das sieht sicher nicht nach einem Versehen aus. Diese gezielten Kugeln sollten Ahmad umbringen. Später behauptete der Soldat, dass er ihn für einen Hexenschützen (Sniper) gehalten hätte.
Als eine "Geste des guten Willens", erlaubte die IDF, dass das verwundete Kind auf seinem Todesweg den Kontrollpunkt (Checkpoint) passieren darf.
Ich habe Ahmad in Rambam, dem israelischen Spital in Haifa besucht.
Ahmads Herz schlägt zwar noch, aber Ahmad ist bereits tot.
Morgen wird die Beamtmungsmaschine abgestellt.
Der Armeesprecher entschuldigte sich für die Ermordung des Jungen.
Juliano
Mail vom 4. November 2005 von Juliano Mer-Khamis,
dem Regisseur des Films "Arna's Children", der im
Flüchtlingslager von Jenin gedreht wurde.
[Übers. ts]
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*Sohn Arna Mer-Khamis', der israelischen Alternativ-Nobelpreisträgerin und Gründerin der Theatergruppe für palästinensische Kinder [ts]
