Tali Fahima - Giving up the Privileges von Smadar Ben Natan*, Haokets, 26.7.2005; englische Übersetzung aus dem Hebr. von Daniel Breslau; deutsche Übers. ts
Tali Fahima
trat erstmals in die Öffentlichkeit als sie von den Medien interviewt
wurde
und ihre Absicht bekanntgab, dass sie als "menschliches Schutzschild"
- "Human Shield" - für Zakaria Zubeidi dienen wolle,
der zu diesem Zeitpunkt als Leiter der El Aksa Martyrs Brigaden im Flüchtlingslager
Jenin "die Nummer Eins der Gesuchten im Raum Jenin" war. Sie
gab diese Erklärung im März 2004 ab, nach dem dritten Versuch
des israelischen Militärs (IDF) Zubeidi zu ermorden.
Dieser Teil der israelischen Meuchelmord-Politik, außergerichtliche Todesurteile, heißt in der sterilisierten Sprache des Sicherheitsapparats: "gezielte (geplante) Eliminierungen". Bei einem dieser versuchten Morde wurde Zakaria Zubeidi an der Schulter verwundet. Zwei der Männer, die bei ihm waren und offensichtlich nicht Ziel für eine Eliminierung, wurden dabei ermordet.
Nach diesem Mordversuch wurde Tali Fahima von den Medien interviewt und kündigte an, dass sie die Absicht hat, an Zakarias Seite zu bleiben, um für ihn als "human shield" zu dienen. Im Ha`ir Magazine, von deren Journalisten sie besonders umfangreich interviewt wurde, berichtete sie von ihrer Bekanntschaft mit Zubeidi und der ideologischen Verwandlung, die sie durchgemacht hat, von einer rechten Araber-Hasserin zu einer heftigen Gegnerin der Besatzung. In derselben Angelegenheit wurde sie auch in der Talkshow London und Kirschenbaum interviewt. Für eine Story auf Channel 2 wurde sie an Zakarias Seite im Flüchtlingslager Jenin fotografiert, dabei sagte sie: "Ich bin die ganze Zeit hier, damit ich Zakaria beschützen kann und um diesen Mord zu stoppen." Danach, als die Hamasführer Sheikh Ahmed Yassin und Abd al Aziz Rantisi ermordet worden waren, wurde sie für die Popolitika talk show interviewt, hier sprach sie sich gegen diese Meuchelmord-Politik aus.
Heute sitzt sie auf der Anklagebank, beschuldigt verschiedener Verbrechen, eine davon lautet "Unterstützung einer terroristischen Organisation," wie im "Terror Prevention Order" angegeben. Sie wird deshalb dieses Verbrechens bezichtigt, weil sie sich in den Interviews, die sie den Medien gab, als "human shield" für Zakaria bezeichnete. Mit anderen Worten, die Absichtserkärung, jemanden vor seiner Ermordung zu schützen, wird dann selbst als Unterstützung des Terrorismus angesehen, wenn diese zu schützende Person, einer als terroristisch bezeichneten Organisation angehört. Und das trotz der Tatsache, dass Tali in jedem Interview betonte, dass sie Zakaria deshalb schützen wolle, weil sie ihn kenne und eine persönliche Beziehung zu ihm hat: "Diese Person ist es Wert geschützt zu werden, er ist es wert"; "Ich kenne nicht alle aus Palästina. Ich schütze, wen ich kenne."
Ein Human Shield spielt seinen Körper gegen eine Waffe aus. Die Armee mordet unter Verwendung von Apache Helikopter, Bomben und Fernlenkgeschossen (Missiles), Sprengstoffe ausgelöst durch Fernsteuerung und gegen all das, steht eine Frau, die sagt, dass sie mit ihrem Körper dastehen will, um einen Mord zu verhindern.
Was war an Tali Fahimas Human Shield-Erklärung, dass die Wut des gesamten Verteidigungsapparats und des politischen Systems des Staates Israel zum Vorschein gebracht hat?
Die Human Shield-Erklärung ist nicht wirklich Körper gegen Waffe. Das wäre die naive Weise, diese Erklärung zu sehen, weil ein Körper gegenüber Waffen keinerlei Chancen hat; die Waffe zerstört den Körper.
Die Human Shield-Erklärung ist eine Erklärung der Menschlichkeit, von menschlicher Solidarität. Damit fällt der Unterschied zwischen einem Leben und einem anderen, "zwischen Blut und Blut", der durch die Meuchelmord-Politik und durch das israelische politische System als solches entstanden ist. Es stellt das Leben der Israelin, der Jüdin, auf die gleiche Stufe, den gleichen Platz, gibt ihm denselben Wert wie dem Leben des Palästinensers.
Die Erklärung leistet sogar mehr als das, sie stellt die gesamte Unterscheidung "zwischen Blut und Blut" auf den Kopf. Tali Fahima benutzt dieselbe rassistische Unterscheidung "zwischen Blut und Blut" zum Vorteil, indem sie als Jüdin in diesem System, zugunsten eines Menschen einsetzt, dessen 'Blut' in diesem System als weniger wert gilt.
Was ermächtigt Tali Fahima ein Human Shield für Zakaria Zubeidi zu sein, und nicht das Gegenteil? Was erlaubt Tali Fahima ein Human Shield zu sein, während diese Möglichkeit einer anderen Frau und einem anderen Mann verweigert ist, die bzw. der an der Seite eines "nächsten Ziels für eine Ermordung" stehen würde?
Tatsache ist, dass von den Dutzenden Frauen und Kinder, die an der Seite von Salah Shehada waren, als er in Gaza ermordet wurde, 14 getötet und 150 verwundet wurden, niemand war, der für ihn als Human Shield zur Verfügung hätte stehen können. Diese Leben wurden nicht geschätzt. Andere Frauen, die an der Seite ihrer Ehemänner standen; Kinder und Männer, die sich an der Seite ihrer Familienmitglieder und Freunde befanden, waren ebenso keine Human Shields, sondern wurden zusammen mit ihren Lieben getötet.
Mit Mai 2004, wurden 364 Menschen im Zuge der Meuchelmord-Politik von der Israelischen Armee getötet. Unter ihnen waren 237 tatsächliche "Ziele", 125 waren daneben Stehende. 585 Menschen wurden verwundet, von denen nur Sieben "zur Ermordung freigegebene Zielpersonen" gewesen waren.
Die Leben unschuldiger PalästinenserInnen sind als Human Shields nicht effektiv.
Der Grund, warum Tali Fahima Human Shield für Zakaria sein kann: sie ist jüdisch. Leben von PalästinenserInnen haben keinen Wert. Sie werden als "Kinder des Todes" ("children of death") betrachtet und sind Ziele von Ermordungen, und der Verlust von Leben der Nebenstehenden ist nichts weiter als eine Nebenerscheinung, ein "Kollateralschaden".
Ist das traurig? Es kommt darauf an, wen Du fragst. Aber die Leben von Juden sind, im Unterschied dazu, wertvoll und müssen bewahrt werden. Im Geiste der Zeiten: "Ein Jude tötet keinen Juden."
Folglich, wenn Du das "Ziel für eine Ermordung" triffst, ist das ein Segen. Triffst Du eine danebenstehende Person, ist es nicht so schlimm. Triffst Du sie, die Jüdin, ist es ein Problem.
Nur auf Grund dieser Doppelmoral, mit der menschliche Leben bewertet werden, ist es Tali Fahima möglich, Human Shield für Zakaria zu sein und nur deshalb hat diese Erklärung einiges Gewicht. Die Armee wird zögern, ihn zu eliminieren, wenn das bedeutet, dass die israelische Jüdin an seiner Seite auch getroffen werden könnte.
Mit ihrer Wahl, sich an seiner Seite aufzuhalten, mit demselben Risiko angegriffen zu werden, hat Tali Fahima die Unterscheidung "zwischen Blut und Blut" herausgefordert. Sie sagt: mein Leben und sein Leben sind gleichwertig. Wenn ihr dazu bereit seid, ihn zu verletzen, müsst ihr auch dazu bereit sein, mich zu verletzen, weil ich auch da bin. Ich werde auch getroffen werden.
Die Human
Shield-Erklärung ist sogar mehr als das, sie ist das Gegenteil
der rassistischen Unterscheidung zwischen jüdischem und arabischem
Blut.
Tali verwendet ihr Privileg als Teil einer "überlegenen Gruppe"
(in deren Augen, selbstverständlich), den erweiterten, gesteigerten
Wert, der ihrem Leben zugeteilt wird dazu, um dadurch das Leben von
jemandem zu schützen, dessen Leben als nicht schützenswert
angesehen wird. Sie nimmt sich heraus, was ihr zugeteilt wurde, den
Vorteil jüdisch zu sein, verwendet diesen Vorteil aber nicht zu
seinem dafür vorgesehenen Zweck, sich selbst und die Gruppe, zu
der sie gehört, zu schützen. Ganz im Gegenteil, sie lehnt
es ab, diesen Vorteil für sich selbst zu nutzen und verwendet ihn
vielmehr dafür, dem Leben von jemandem Wert zu geben, dessen Leben
als wertlos betrachtet wird. Damit verwendet sie den Vorteil, den ihr
ein rassistisches System verliehen hat gegen dieses System selbst.
Das Human Shield ist deshalb nicht tatsächlich Körper gegen Schusswaffe, sondern ein jüdisches Leben gegen die Zerstörung eines palästinensischen Lebens.
Weitere Human Shields
Tali ist nicht die Erste, die den Begriff "Human Shield" verwendet. Es gibt ganz sicher viele historische Beispiele, die ich nicht studiert habe. Es gibt Beispiele für die Verwendung von Human Shields bei Nötigung, während des Konflikts im damaligen Jugoslawien, die durch den Internationalen Gerichtshof für Jugoslawien verfolgt worden sind.
Die folgenden Beispiele sind aus der konkreten Realität des Besatzungsregimes in den besetzten Gebieten.
In diesem
Kontext ist es möglich, dass die IDF das Human Shield erfunden
hat. Zu unserem Horror haben Soldaten der IDF PalästinenserInnen
als Human Shields für sich selbst verwendet und möglicherweise
werden sie das auch weiterhin tun. Das wurde als "the neighbor
procedure" bezeichnet oder, wie die IDF es nennen: die Frühwarnprozedur.
Gemäß dieser Vorgehensweise benützen Soldaten für
sie greifbare Palästinenser, üblicherweise Nachbarn, dazu,
diese vor ihre eigenen Reihen zu platzieren, wenn sie in ein Haus eindringen,
um eine Verhaftung vorzunehmen. Oder, in einer anderen Version, die
schon früher, aus der Zeit der ersten Intifada stammt, schicken
israelische Soldaten einen sich in der Nähe aufhaltenden Palästinenser,
um palästinensische Fahnen von Elektrizitätsmasten herunter
zu holen, damit setzen sie sie dem Risiko eines elektrischen Schlages
aus und sind somit selbst nicht gefährdet.
So werden Human Shields innerhalb eines rassistischen System und im Einklang mit seiner Logik verwendet. Die Leben der Soldaten werden wertgeschätzt, jene der Palästinenser werden es nicht. So macht es auch Sinn, dass, falls jemand verletzt werden könnte, es dem entsprechend ein Palästinenser sein soll. So stellen wir ihn vor uns, und falls es eine Schiesserei gibt oder eine Explosion, ist er derjenige, der erschossen wird oder durch Elektrizität umkommt, und die Soldaten sind in Sicherheit und bleiben wohlbehalten.
Eine lange Liste von Menschenrechtsorganisationen haben Petitionen gegen diese Praxis beim Obersten Gerichtshof im Mai 2002 eingereicht. Darunter Adala, the Association for Civil Rights, die Palästinensische Gesellschaft für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt (The Palestinian Society for the Protection of Human Rights and Environment), Ärzte für Menschenrechte (Physicians for Human Rights), B'Tselem, das Komitee gegen Folter (The Committee Against Torture) und das Hamoked Center for the Defense of the Individual. Im August 2002, veröffentlichte der Gerichtshof eine einstweilige Verfügung, die eine Verwendung von Human Shields untersagte, bis eine endgültige Entscheidung getroffen werden würde. Diese Entscheidung ist bis dato ausständig und die einstweilige Verfügung ist daher nach wie vor in Kraft.
Der Staat argumentierte in seiner Erwiderung der Petition, dass sich die Armee der Assistenz der lokalen Bevölkerung erfreut, die dabei zugestimmt hat, den Soldaten bei der Verhaftung ihrer Brüder zu helfen. Mit anderen Worten, die Palästinenser stehen der Armee aus freien Stücken als Human Shields für die Soldaten zur Verfügung.
Es gibt
zwei Unterschiede zwischen dieser Art von Human Shield und jener die
Tali Fahima angeboten hat. Der erste ist der "reale" Schutz
entsprechend der israelischen Logik. Die weniger wertvollen schützen
die wertvolleren Leben. Der zweite Unterschied liegt darin, dass der
Schutz den Tali Fahima anbietet, freiwillig und uneigennützig ist,
während die palästinensischen "Schutzschilder" unter
Zwang handeln, genötigt werden; es wurde von jenem, der geschützt
werden will initiiert und nicht von der Person, die Human Shield ist.
In seiner gesetzlichen Verteidigung stellt der Staat diese Situation
so dar, als wäre es ein altruististischer, vom Palästinenser
gewollter Akt, oder es geschehe zumindest im Einverständnis der
Person, als Human Shield zu dienen. Damit, so das Argument, ist es annehmbar.
Dieser Logik entsprechend, muss die Zustimmung Tali Fahimas, oder ihr Wille, als Human Shield zu dienen, auch annehmbar sein.
Ein anderes Beispiel eines Human Shield ähnelt weit mehr dem der Situation Tali Fahimas. Während der "Operation Defensive Shield," war Yasser Arafat in der Mukata eingesperrt. Das war zu de Zeit, als sich die Meuchelmord-Politik auf dem Höhepunkt befand und es gab hitzige Diskussionen im Sicherheitskabinett, ob Arafat umgebracht oder deportiert werden sollte.
Im Laufe der Kampagne, drangen Uri Avnery, seine Frau Rachel und andere Mitglieder von Gush Shalom in die Mukata ein und erklärten sich selbst zu Human Shields für Arafat. Die Erklärungen wurden in den Medien in einer Weise berichtet, die der Berichterstattung über Tali Fahima sehr ähnlich ist. Trotzdem, nichts geschah jenen Personen, die in die Mukata eingedrungen waren. Sie wurden nicht wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation angeklagt.
Uri Avnery ist jemand, der bekannt ist, von dem erwartet wird, dass er in der Öffentlichkeit sichtbar ist. Wenn er radikale Sichtweisen zum Ausdruck bringt, ist das nichts, was das Establishment stören würde. Er spielt in dem Drama jene Rolle, die ihm zugedacht ist, und niemand stört sich daran. Er würde keinen einzigen Likudwähler in Kiryat Gat davon überzeugen, Gegner der Besatzung zu werden. Im Gegensatz dazu, hat Tali Fahima das Potential dazu, genau das zu tun. Das ist der Grund, warum sie, viel mehr als er, das politische Establishment und das Militärsystem irritiert hat und in Schwierigkeiten bringt.
Aber weit mehr als das, war es offensichtlich, dass die Human Shield-Deklaration von Avnery und Gush Shalom eine öffentliche und politische Erklärung war, eine für die Medien. Soweit ich mich erinnere, blieben sie nicht lange genug dort, um wirklich als Human Shields zu dienen. Sie teilten sich dort nicht auf die unterschiedlichen Kandidaten für eine Ermordung auf, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt genügende Personen dieser Art gab, so dass jeder von ihnen das Leben eines spezifischen Menschen hätte schützen können, jeweils eine Person für eine andere. Sie erklärten, sie wären gekommen, um Arafat als palästinensischen Führer zu schützen und nicht um ihre Solidarität, ihre Anteilnahme und ihr persönliches Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen. Und außerdem waren sie, die "Schilder", bekannte Persönlichkeiten. Nicht jede beliebige Person von der Strasse, aus Kiryat Gat, wird plötzlich kommen und verkünden, dass sie ein Human Shield ist.
Tali Fahimas Erklärung ging einher mit der persönlichen Geschichte ihrer Treffen und der darauf folgenden Freundschaft zwischen ihr und Zakaria Zubeidi. Er war nicht der Oberste auf der Liste der zukünftigen zur Ermordung ausgewählten Personen, aber er war jemand, den sie kannte. Um es mit ihren Worten zu beschreiben: ich kenne ihn, er ist wichtig für mich und er ist verdient meine Unterstützung. Sie meint Zakaria als Person. Sie sprach darüber, wie seine Mutter und sein Vater während der Operation Defensive Shield durch IDF Geschützfeuer getötet worden waren, wie er sie in Jenin aufgenommen und bewirtet hatte und nannte weitere persönliche Details ihrer Beziehung. Den Schutz, den sie anbot, war ein persönlicher Schutz, ein Schutz, der Zakaria als Mensch bejahte, sein Dasein als bewegliches Ziel in den Respekt für ihn als Person verwandelt.
Und Tali ist keine wohlbekannte Person. Sie wagte es, aufzustehen und all das zu sagen, trotz der Tatsache, dass sie kein Uri Avnery ist. Sie forderte dadurch auch die Uri Avnerys heraus, die langjährige männliche aschkenasische Hegemonie bei den Linken. Den Vorteil, den sie nutzte und unterminierte war so dennoch völlig rassistisch. Sie kann auch ohne Uri Avnery zu sein, "nur" als Tali Fahima aus Kiryat Gat, ein Human Shield sein, weil es "genügt jüdisches Blut" zu haben, um aus sich ein menschliches Schutzschild zu machen.
Sie kam unerwartet und deshalb ist sie für das Establishment auch so beängstigend.
Und schlussendlich, sie war wirklich dort, während der "Crocodile Tears" Operation im Mai 2004, die die Ermordung von Zakaria Zubeidi und anderer zu ihren Kampfzielen zählte. Das Faktum ihrer Präsenz scheint die Mordpläne durchkreuzt oder wenigstens besondere Aufmerksamkeit von den IDF-Truppen verlangt zu haben, die in das Lager eingedrungen sind, um nach ihr zu fahnden.
Das alles machte Tali Fahima zu einem wirklichen Human Shield. Zakaria Zubeidi lebt und atmet noch. Die Meuchelmord-Politik wurde gestoppt, nach den israelischen Zusicherungen beim Sharm al Sheikh Summit (sogar falls sie wahrscheinlich wieder aufgenommen werden), die Verfolgung gesuchter Personen wurde ebenfalls eingestellt, laut den israelischen Erklärungen. Wenigstens nach Gideon Levy, reist Zakaria offen innerhalb des Flüchtlingslagers. Er kann das Lager nicht verlassen, aber er ist lebendig. Es ist schwer zu glauben, dass Zakaria jetzt ermordet werden könnte, sogar wenn die Morde wiederaufgenommen werden. Die Exponierung und die öffentliche Aufmerksamkeit, die Tali Fahima ihm gab, erlaubt uns nicht mehr, ihn nur als irgendeine Nummer auf der 'Trefferliste' zu sehen.
Trotz alledem, Tali Fahima war für 11 Monate im Gefängnis. Sie gab absichtlich ihre Privilegien als Jüdin auf und dieser Verzicht wurde vom Establishment für Sicherheit angenommen. Sie haben begonnen, sie (fast) wie eine Palästinenserin zu behandeln: Arrest, Ermittlungen, administrative Verhaftung, Strafprozess aufgrund von Scheinbelastungen. Es lässt sich dabei kaum vermeiden, zu denken, dass sie, wäre sie eine Jüdin aus einem renommierteren Milieu, ihre Gefangennahme nicht so glatt und leicht akzeptiert worden wäre.
Dank an Professor Liora Bilski, weil ein Teil dieses Essay nach einem Gespräch mit ihr zustande gekommen ist.
* Smadar Ben Nathan ist eine der Anwältinnen Tali Fahimas
Hebräische
Fassung:
http://www.haokets.org/mail-message.asp?ArticleID=1308
