Wenn niemand mehr übrig ist, dem die Schuld zugeschoben werden kann. Was wirst du nun tun, Israel? Von Virginia Tilley*, Johannesburg, Südafrika, Counterpunch, 15. Dezember 2006  Was wirst du nun tun, Israel? Jetzt, da drei kleine Jungen durch Mörderkugeln umgebracht und ein Hamas-Richter aus seinem Auto geschleppt und ermordet worden ist, bist du möglicherweise zufriedengestellt. Du glaubst, die Palästinenser erliegen schlussendlich deinen Plänen. Der lang geplante Coup ist abgeschlossen - zuletzt konnte die Flasche versiegelt werden, in der die "besoffenen Kakerlaken" nur mehr herumkriechen und sich gegenseitig zusammenschiessen können. weiter I english

Israelischer Oberster Gerichtshof : Gezielte Tötungen zulässig. Von Aviram Zino, ynetnews, Donnerstag, 14 Dezember 2006  Die Richter des Obersten Gerichts, angeführt vom scheidenden Präsidenten des Obersten Gerichts Aharon Barak, haben Donnerstagmorgen die Petition zurückgewiesen, die verlangt hatte, den israelischen Streitkräften die Politik der gezielten Tötungen zu untersagen. Die Entscheidung legt fest, dass Auflagen und Einschränkungen der Politik überlassen werden müssen, und zwar so, dass jede Instanz gründlich geprüft wird.  weiter I english

Rede von Rela Mazali*) Demonstration der Koalition : Schluss mit der Belagerung von Gaza
2. Dezember, Tel Aviv
Lasst uns darüber im Klaren sein: Israels Beschuss von Gaza ist nicht zu Ende. Es gibt keine israelische Waffenruhe in Gaza. Es gibt keine israelische Waffenruhe, auch wenn Israels Soldaten keine einzige Kugel im Gazastreifen abschießen. Im Gazastreifen sind die Lebensmittel knapp. Israel verweigert dem Gazastreifen Lebensmittel. 70% der Familien im Gazastreifen haben nicht genügend zu essen. Die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen und steigen weiter. Der Preis für Mehl ist um ein Drittel gestiegen. Israel verbietet das Fischen an der Küste des Gazastreifens und verweigert so den Zugang zu Protein, das für viele sehr wichtig ist. Mangel an Lebensmitteln lässt Menschen verhungern und sterben. Lebensmittel verweigern, ist wie schießende Gewehre. weiter I english

Fragen.  Von Lama Hourani, Gaza City, 03-12-2006 "Mami, warum bist du nach Beit Hanoun gegangen? Weißt Du denn nicht, dass die Hälfte der Menschen dort ermordet worden sind?" Ich erwiderte, "Nein, dort sind nicht die Hälfte der Menschen gestorben." "Glaubst du, dass dort alle Menschen gestorben sind? Weißt du denn nicht, dass du umgebracht werden könntest, wenn du dort hingehst?"  Das war mein Gespräch mit Luai, als er erfuhr, dass ich in Beit Hanoun gewesen bin.  weiter I english

Die Apartheid brechen. Ex-US-Präsident Carter macht Israel für Nahostkonflikt verantwortlich. Von Andrea Bistrich, Junge Welt vom 04.12.2006  Der ehemalige US-Präsident James E. Carter hat die israelische Regierung für den andauernden Nahostkonflikt verantwortlich gemacht. Er hält Israel vor, ein Apartheidsystem in der Westbank und in Gaza errichten zu wollen. "Den Palästinensern werden die grundlegendsten Menschenrechte aberkannt, ihr Land wurde erst besetzt, danach beschlagnahmt und dann von den jüdischen Siedlern kolonialisiert", schreibt der Ex-Präsident in seinem neuesten Buch "Palestine - Peace Not Apartheid". weiter

Schweigen und Trägheit der internationalen Gemeinschaft. Von Luisa Morgantini*), Abgeordnete zum Europaparlament, ursprünglich veröffentlicht in der italienischen Zeitung "Liberazione" vom 02.11.06 Die israelische Regierung muss aufgehalten werden. Die EU soll alle Wirtschaftsabkommen, Italien alle Militär- und Sicherheitsabkommen mit Israel vorübergehend aussetzen, und die UNO muss endlich Respekt für ihre Resolutionen und das internationale Recht einfordern. Die einseitige Militärpolitik Israels führt zu nichts als ihrem eigenen politischen und moralischen Untergang, indem sie der palästinensischen Bevölkerung unerträgliches Leid und Erniedrigung als Kollektivstrafe aufbürdet. Nach dem Libanonkrieg kam die Idee einer internationalen Truppe für den Gazastreifen auf. Diese Idee muss jetzt umgesetzt werden, um die Palästinenser und Israelis zu schützen. Die Zeit dafür ist gekommen. weiter I english

Apartheid nun auch im Verkehrswesen (No more hitching in the W. Bank). Von Amira Hass, Ha'aretz, November 22, 2006 (Wie menschliche Kontakte zwischen friedlichen Palästinensern und Israelis unmöglich gemacht werden ER) Der Zentralkommandeur, Yair Naveh, ließ Anfang dieser Woche eine weitere Streubombe fallen: er unterzeichnete eine Order, die israelischen Bürger verbietet, Palästinenser in ihren israelischen Fahrzeugen innerhalb der Westbank mitzunehmen.
Die Order wird ab 19. Januar 2007 in Kraft treten. Ausnahmen gibt es für jene Palästinenser, die einen Passierschein für Israel oder die Siedlungen haben oder die ihre Verwandten 1. Grades bei sich haben.
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Nicht in meinem Namen. Die Toten von Beit Hanoun. KOMMENTAR von Felicia Langer*), Freitag 46 - Die Ost-West-Wochenzeitung, 17.11.2006 Der Gaza-Streifen war schon ein Gefängnis, in dem es kaum Luft zum Atmen gab, als Israels Armee vor einem Jahr abzog. Jetzt aber durchsieben große und kleine Stahlsplitter die Luft, brennt den Menschen der Boden unter den Füßen, schreien die Verwundeten und Verschütteten um Hilfe - und es gibt kein Entrinnen, schon gar nicht aus Beit Hanoun, dieser Stadt der Überflüssigen und Verdammten, die es am schwersten trifft. weiter

Die Berichterstattung über den Nahen Osten oberflächlich und verzerrt. Von Robert Fisk, Information Clearing House / ZNet Deutschland 09.11.2006 Journalisten im "Westen" sollten sich großer Schuld bewusst sein, weil vieles, was sich im Nahen Osten abspielt, mit ihrer Leichtgläubigkeit zu tun hat, die als fiktive Version der Ereignisse verkauft wird. Ihren ständigen Hinweis auf einen "Zaun" anstelle eine Mauer, auf Siedlungen oder Wohngegenden anstelle von (jüdischen) Kolonien, ihre Beschreibung der Westbank als "umstrittenes" statt besetztes Gebiet, hat eine oberflächliche Art des Berichtes über den israelisch.-palästinensischen Konflikt hervorgebracht. weiter I english

Lasst das die Haiders hören! Von Akiva Eldar*), Haaretz Last Update: 30/10/2006 09:20Der weit verbreitete Vergleich zwischen Avigdor Lieberman und Jörg Haider tut dem österreichischen Nationalistischen Unrecht, dessen Partei im Winter 2000 in die Regierung kam. Haider ist weit davon entfernt, ein rechtschaffener Mann zu sein, aber sogar in seinen faschistischesten Tagen, hat er in Österreich niemals dazu aufgerufen, es solle die BürgerInnen loswerden, ja beseitigen, die seit Generationen in diesem Land leben.
Haider hat außerdem nie vorgeschlagen, dass sich Abgeordnete, die diese BürgerInnen vertreten, vor einem Exekutionskommando aufstellen sollen. Natan Meron, früherer Botschafter Israels in Österreich, bemerkte, dass seit der Führer der Freiheitlichen Partei in der Politik ist, hätte er niemals eine antisemitische Äußerung von sich gegeben. Meron betonte, dass der Führer der Freiheitlichen Partei "die Juden nicht bedroht". weiter I english

Außenpolitik: Jüdischer Protest gegen Israel.  Forderung nach Druck der Europäer.
Wiener Zeitung, Montag, 13. November 2006 Brüssel/Wien. Die Vereinigung "Europäische Juden für einen gerechten Frieden" (European Jews for a Just Peace/EJJP) hat an die Europäische Union appelliert, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Israel zu bewegen, internationales Recht zu respektieren. Die Militäraktionen im Gaza-Streifen hätten zu einer Unterdrückung und Verfolgung der palästinensischen Bevölkerung geführt, deren Ausmaß unerträglich ist, heißt es am Montag in einer Aussendung des Exekutivkomitees der Vereinigung von 18 jüdischen Organisationen in zehn europäischen Ländern, darunter Österreich. weiter I english

"JÜDISCHE STIMME FÜR GERECHTEN FRIEDEN IN NAHOST (ÖSTERREICH)" E R K L Ä R U N GWir wenden uns an alle Menschen, unabhängig von Konfession und politischer Richtung an, die für einen gerechten Frieden in Nahost eintreten. "Jede Stimme" ist uns zur Mitarbeit willkommen. Eine Lehre aus dem Holocaust ist für uns, angesichts des geschehenen Unrechts und Verbrechens nicht zu schweigen. Deswegen und aus Besorgnis um die Zukunft der palästinensische Bevölkerung und Israels haben wir uns zusammengeschlossen. Wir verurteilen die schon seit 1967 andauernde Besetzung der palästinensischen Gebiete. Darüber hinaus teilen wir auch die Sorge der Mehrheit der EU-Bürger, von denen, laut einer EU-Umfrage schon 2005, 59% der Befragten Israels Politik für eine der größten Bedrohungen des Weltfriedens halten. weiter I english

Rätsel um geheime israelische Uranbombe Das alarmierende radioaktive Vermächtnis des Angriffs auf den Libanon von Robert Fisk, The Independent / ZNet 30.10.2006 Hat Israel bei seinen 34tägigen Angriffen im Sommer 2006, bei denen mehr als 1300 Libanesen starben - das meiste davon Zivilisten - im Südlibanon eine geheime neue Uranwaffe eingesetzt? weiter I english

"Rain Man". Von Lama Hourani, Gaza City, 17. Oktober 2006 Alle fragen mich, warum ich letzter Zeit kaum geschrieben habe. In diesen Tagen ist es sehr schwierig zu schreiben. Ich fühle, wie wir von außen und von innen gefangen sind. Was hier in den wenigen letzten Wochen geschehen sind, hat mir nicht einmal die Chance gegeben, mich über die Wiedervereinigung meiner Familie zu freuen. (1) Aber ich möchte versuchen zu beschreiben, wie wir in diesen Tagen leben. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Sachverhalte, die aber alle mit der israelischen Regierung und ihren unrechtmäßigen Angriffen auf uns zusammenhängen. weiter I english

Am Drehkreuz. VON PALÄSTINA NACH PALÄSTINA. Erlebnisbericht von Lama Hourani*) über eine kurze Fahrt durch die besetzten Gebiete, die zum langen Marsch wird. "Mama, weißt du, wie sehr ich dich liebe? So groß wie Amerika", verkündet mir Luai, kaum dass ich ihn in Nablus getroffen habe. Selbst mein vierjähriger Sohn kennt schon die Macht der Vereinigten Staaten. Cinderella und Schneewittchen. Das war vergangenen Mittwoch. Gegen Mittag an diesem Tag haben mich die Israelis informiert, ich dürfe für einen Tag von Gaza-Stadt aus in die Westbank fahren - dort solle ich mir dann die Erlaubnis besorgen, wieder nach Gaza zurückzukehren. Ich nehme das Wagnis auf mich, da ich meine Familie treffen und meinen Sohn Luai mit nach Gaza nehmen will. weiter I english

Das große Experiment. Der Gazastreifen als Laboratorium: Wie bringt man ein Volk dazu, sich einer Besatzungsmacht zu unterwerfen? Von Uri Avnery*) Die Tageszeitung Die junge Welt vom Mittwoch, 18. Oktober 2006 / Schwerpunkt / Seite 3 Ist es möglich, ein ganzes Volk dahin zu bringen, sich einer fremden Besatzung zu unterwerfen, indem man es aushungert? Das ist sicherlich eine interessante Frage. So interessant, daß die Regierungen Israels und der Vereinigten Staaten - in enger Zusammenarbeit mit Europa - jetzt an einem streng wissenschaftlichen Versuch beteiligt sind, um eine gründliche und definitive Antwort zu erhalten. Das Laboratorium, in dem das Experiment durchgeführt wird, ist der Gazastreifen - die Versuchstiere sind 1,3 Millionen PalästinenserInnen, die dort leben. weiter I english

Rede Paula Abrams-Hourani Demonstration gegen Krieg und Besatzung im Nahen Osten,
Wien, 30.9.2006 Wie viele von Ihnen bereits wissen, konzentriert sich die Arbeit der Gruppen, die ich vertrete - nämlich Frauen in Schwarz (Wien) sowie Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden(Österreich) - auf die Besetzung des palästinensischen Landes, also Gaza und das Westjordanland inklusive Ost-Jerusalem. Das sind die Gebiete, die seit fast 40 Jahren unter der israelischen Militärbesatzung leiden.
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West Bank - durch die Besatzung zerstückelt. Von Patrick Cockburn, The Independent (UK), 8. September 2006 Der israelische Druck auf palästinensische Städte, Ortschaften und Dörfer in der West Bank (Westjordanland) ist jetzt so heftig, dass die BewohnerInnen an ihren eigenen Fähigkeiten überleben zu können zweifeln. Die 540 israelischen Checkpoints (Kontrollpunkte) und Absperrungen zerstückeln dieses kleine Stück Territorium so, dass sie die palästinensische Wirtschaft zerstören. weiter I english

"Sobald ich das Permit habe, komme ich zu dir zurück." Von Lama Hourani*), Gaza City, 2006-09-09 "Sobald ich das Permit habe, komme ich zu dir zurück. Das nächste Mal lasse ich Papa alleine reisen. Ich möchte bei dir bleiben." Luai erzählt mir das immer, wenn ich mit ihm spreche. Er wartet unruhig auf die Erlaubnis, nach Hause kommen zu können. Er ist zwischen Nablus, Amman, Damaskus und wieder Amman hin und her gereist. Nächste Woche wird er nach Nablus gehen, um dort auf das Permit für Gaza zu warten. weiter I english

"Gaza ist ein Gefängnis. Niemand kann entkommen. Wir sind alle am Verhungern". Von Patrick Cockburn*) in Gaza, The Independent, 8. September 2006 Gaza stirbt. Gaza wird dem Verfall preisgegeben. Die israelische Besatzung der palästinensischen Enklave ist so brutal, dass die Menschen am Rande des Verhungerns sind. Hier an den Küsten des Mittelmeeres findet eine Tragödie statt, die so gut wie ignoriert wird, weil die Aufmerksamkeit der Welt von den Kriegen im Libanon und Irak abgelenkt ist.  Eine ganze Gesellschaft wird zerstört. In diesem am dichtesten besiedelten Gebiet der Erde werden 1,5 Millionen PalästinenserInnen in Gefangenschaft gehalten. Israel hat jeden Handel unterbunden. Es verbietet sogar den Fischern, sich zu weit von der Küste zu entfernen, sodass sie in der Brandung herumwaten müssen, wo sie vergeblich versuchen, mit Handnetzen Fische zu fangen. weiter I english

Die Welt darf diese grausame Belagerung nicht länger ignoren.*) The Independent (UK), 8. September 200 Der Gaza-Streifen wird langsam stranguliert. Dieser schmale Landstrich an den Ostufern des Mittelmeeres wird nun seit drei Monaten vom israelischen Militär [Israeli Defence Forces-IDF] belagert. Seine 1,5 Millionen  EinwohnerInnen waren in dieser Zeit mehr als 270 Luftschlägen, zahlreichen Bodenangriffen und einem massiven Bombardement durch die Artillerie ausgesetzt. Seit Gazas einziges Kraftwerk im Juni zerbombt wurde, ist die Bevölkerung nach Einbruch der Dunkelheit gezwungen bei Kerzenlicht zu überleben. weiter I english

FAKTEN ZU PALÄSTINENSISCHEN GEFANGENEN URUKNET.info Stand: 22. August 2006"Es wäre besser diese Gefangenen im Toten Meer zu ersäufen - wenn das möglich wäre, weil das der tiefste Punkt der Welt ist." - Avigdor Lieberman, israelischer Minister für Transport (1) 1. Wie viele palästinensische Gefangene gibt es Am 8. August 2006 sind 9.273 palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen oder Internierungslagern (detention camps). (2) Unter diesen Gefangenen sind 351 Kinder unter 18 Jahren, (3) 75 Frauen und 42 sind über 50 Jahre alt. Von der Gesamtzahl der Gefangenen blieben jene 433 PalästinenserInnen hinter Gittern, die vor der Unterzeichnung der Osloer Verträge verhaftet wurden, trotzdem ihre Freilassung in den Verträgen gefordert worden war. (4) Unter den Gefangenen sind Mitglieder des gewählten Gesetzgebenden Palästinensischen Rats (Palestinian Legislative Council). weiter I english

Das Herz aus Stein und drei un-mütterliche Mütter. Von Nurit Peled Elhanan*) HaGada HaSmolit, 7. August 2006 In seinem Artikel im britischen "Independent" vom 31. Juli 2006 beklagt Robert Fisk den Tod der Kinder in Kana und meint, dass - wer immer durch dieses furchtbare Massaker nicht erschüttert ist, das immerhin mit Absicht geschah - die israelische Luftwaffe hat wiederholt geäussert, dass sie nur auf Ziele feuert, die genau und wohlgeplant sind - ein Herz aus Stein hat. weiter I english

Können Sie wirklich nicht sehen? Von Amira Hass, Ha'aretz / ZNet Deutschland 30.08.2006 Lassen wir jene Israelis beiseite, deren Ideologie die Enteignungen des palästinensischen Volkes deshalb unterstützt, weil wir "Gottes auserwähltes Volk" sind. Lassen wir auch jene Richter beiseite, die jede militärische Politik des Tötens und der Zerstörung vertuschen (whitewash). Lassen wir auch jene Militärkommandeure beiseite, die bewusst ein ganzes Volk in Pferche sperren, die von Mauern, Festungs- bzw. Beobachtungstürmen, Maschinengewehren, Stacheldraht und blendenden Scheinwerfern umgeben sind. Lassen wir auch die Minister beiseite. All diese werden nicht unter die Kollaborateure gerechnet. Sie sind die Architekten, die Planer, die Konstrukteure und Ausführenden. weiter I english

Gaza-Ägyptische Grenze nach wochenlanger Schliessung einen Tag lang geöffnet  Haaretz Service und Associated Press Letztes Update - 20:06 25/08/2006 Zu Mittag haben bereits etwa 1.400 UrlauberInnen die Grenze überquert, sagte Maria Telleria, eine Sprecherin der BeobachterInnen. Sie berichtete, dass ungefähr 15.000 Menschen in Gaza darauf warten, nach Ägypten auszureisen, unter ihnen StudentInnen, Geschäftsleute und solche, die in Kairo medizinische Behandlung aufsuchen. Einige hundert Menschen warten darauf, nach Gaza einzureisen. weiter I english

Rückkehr zur "Normalität" in Gaza - Brief von Lama Hourani aus Gaza-Stadt, 16. August 2006 Zwei Dinge sind heute passiert, die mich so fühlen ließen, als wäre das Leben wieder zu seiner Routine zurückgekehrt, als ginge alles wieder seinen normalen Lauf. Ich erwachte am Morgen, allein - wie üblich in diesen Tagen - und hörte ein sehr vertrautes Geräusch, eines das eine Weile nicht zu hören gewesen ist. Es war der Lärm der Bombardements auf den Norden des Gaza-Streifens. Ich lächelte in mich hinein. Wir haben diesen Lärm seit ungefähr zwei Wochen nicht mehr gehört. Wir haben sogar gedacht, dass die Israelis ihr ganzes Kriegsgerät in den Libanon verlagert haben (als ob sie nicht genug hätten, um es im Libanon und in Gaza-Streifen einsetzen zu können). weiter I english

Die positive Seite des Scheiterns von Gideon Levy, Ha'aretz / ZNet Deutschland, 13.08.2006 Die schlechte (und voraussagbare) Nachricht: Israel ist dabei, mit Drohgebärden aus diesem Krieg zu kommen. Die gute (und überraschende) Nachricht: dieses offensichtliche Scheitern könnte eine gute Nachricht bedeuten. Wenn Israel die Schlachten mit einem leichten, überwältigenden Sieg gewonnen hätte, um den die Israelis so sehr gebetet hatten, so hätte dies der israelischen Sicherheitspolitik enormen Schaden zugefügt. Noch ein Knall-auf-Fall-Sieg hätte für uns eine Katastrophe bedeutet. Macht- und siegestrunken würden wir versucht sein, unsere Erfolge in anderen Arenen fortzusetzen. Ein gefährliches Feuer würde die ganze Region gefährden und keiner weiß, wie das enden mag. weiter I english

Brief von Lama aus Gaza: "Haben die israelischen Soldaten in ihren Panzern verschlafen?" "Ich möchte nicht mit dem Flugzeug fliegen. Flugzeuge zerstören die Häuser über den Köpfen von Kindern." Das war die Antwort meines vierjährigen Sohnes Luai auf die Überlegung, er könnte während der Ferien zu seinem Vater nach Jordanien. Gewöhnlich sieht Luai keine Nachrichten, aber an diesem Tag war er zufällig unbeaufsichtigt und hat die Szenen des Massakers in Kana gesehen, die live in allen arabischen Fernsehkanälen gesendet wurden. Er hat den Ansager gehört, der über die Flugzeuge in Kana berichtete. Adi, sein Vater, versuchte ihm den Unterschied zwischen einem Kriegsflugzeug und einem normalen Flugzeug zu erklären, in dem er ihre Geräusche imitierte und die Form der Flugzeuge darstellte. Es brauchte eine Menge von Nachahmungen unterschiedlicher Flugzeuggeräusche, um ihn zu überzeugen. Er hatte monatelang mit dem Lärm der Apaches und F16 in seinen Ohren geschlafen. weiter I english

Von Lama aus Gaza, 30. Juli 2006 Seit meiner Geburt war ich Zeugin so schrecklicher Dinge, dass ich angenommen habe, ich habe keine Tränen zum Weinen mehr. Ich bin palästinensischer Flüchtling und 1965 in Syrien geboren. Grauenhafte Ereignisse sind passiert, seitdem ich geboren wurde. Der Krieg 1967. Obwohl ich erst zwei Jahre alt war, hat die Reaktion meiner Eltern etwas von meiner eigenen Persönlichkeit geformt. Der 'Schwarze September' 1970 in Jordanien. Ich war fünf Jahre alt, aber ich erinnere mich noch immer an die besorgten Gesichter meiner Eltern. weiter I english

Beit Hanoun, nördlicher Gaza-Streifen, am Montag, dem 17. Juli 2006. Ich bin Kanadierin ausCalgary (Alberta) und habe mehr als 15 Jahre in Ramallah, Jerusalem und in Gaza gelebt. Meinen Mann, Qassem Ali, habe ich 1999 geheiratet. Qassem ist Geschäftsführer der Nachrichtenagentur Ramattan, der palästinensischen  Medienstelle, die die internationalen westlichen und arabischen Medien (einschließlich CNN, BBC, NBC und CBC) mit Eilmeldungen, Bildmaterial und Liveübertragungen via Satellit bis in die Wohnzimmer in aller Welt versorgt. weiter I english

In der Zwischenzeit ... von Lama aus Gaza, Sonntag, 23. Juli 2006 "Mama, sie mögen keine Bäume," sagte Rana (10). Ihre Schwester Unoud (8) erwiderte: "Sie  mögen überhaupt nichts Grünes." Dieses Gespräch fand vor ein paar Tagen statt, sehr früh morgens, als die zwei Mädchen mit 11 anderen Kindern und 10 Erwachsenen im Haus der Grossmutter festsassen und den Planierraupen der Firma Caterpillar zusahen, die das sie umgebende Land rodeten und die Bäume entwurzelten. Das Haus hat drei Stockwerke und steht in der Mitte einer sehr netten grünen Stadt im Norden des Gazastreifens - Beit Hanoun. Die Familie ist keine Flüchtlingsfamilie. Das Haus gehört der Mutter, Um Qassem, ihrer geschiedenen Tochter, Azza und dem ältesten Sohn, Qassem (der jetzt mit seiner Familie in Ägypten lebt). weiter I english

Israel verstösst gegen das US-Waffengesetz im Nahen Osten von Thalif Deen, Vereinte Nationen, 17. Juli (IPS) - Israel verstösst gegen die US-Waffenkontrollgesetze, indem sie Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber und Missiles, die in den USA hergestellt wurden, in dieser sechstägigen und noch weiter andauernden Verwuestung dafuer einsetzen, ZivilistInnen zu töten und Libanons Infrastruktur - die eines militärisch schwachen Landes - zu zerstören. Die Zahl der Todesopfer sind, wie berichtet, ueber 200 Menschen - die meisten ZivilistInnen - während die ökonomischen Verluste auf etwa 100 Millionen Dollar täglich geschätzt werden. weiter I english

Brennt Beirut? Von Uri Avnery, uri-avnery.de, 22.07.2006 "ES SCHEINT, Nasrallah sei am Leben geblieben," verkünden israelische Zeitungen, nachdem 23 Tonnen Bomben auf die Gegend in Beirut abgeworfen worden waren, in der man vermutet hatte, dass sich der Hisbollahführer versteckt gehalten hatte. Eine interessante Formulierung. Einige Stunden nachdem Bombardement hatte Nasrallah dem Fernsehkanal Al-Jazeera ein Interview gegeben. Er sah nicht nur lebendig aus, sondern sogar ruhig und gelassen. Er sprach über das Bombardement - ein Beweis dafür, dass das Interview am selben Tag aufgenommen worden war. weiter I english

Es ist genug! Dies zu sagen, ist nie zu spät. Von Yitzhak Laor, Ha'aretz / ZNet Deutschland, 18.07.2006 Israel ist im Libanon nicht besiegt worden, weil es nicht genug gebombt und zerstört hat. Nur die jahrelange Selbstzensur und Mystifizierung der IDF hat die Israelis nicht wissen lassen, was die IDF den Libanesen angetan hat und wo die konzeptuellen Grenzen der IDF als einer Organisation liegen, deren Stärke mächtig ist - der es aber eindeutig an Weisheit mangelt. Nur der unerträgliche Status der IDF in der israelischen Gesellschaft hat Israelis, die mit größter Mühe und Not aus dem Libanonkrieg herausgekommen waren, daran gehindert, auf die Offiziere zu zeigen und zu sagen: jetzt reicht es - es ist genug!...weiter I english

Nachricht von Lama aus Gaza, Sonntag, 16. Juli 2006 Eben aus dem Spital zurück, wurde Marwan (4 Jahre alt) - in dem Moment als er ihr Zimmer betrat - von Faten in die Arme genommen. Nour (2 Jahre alt) begann laut zu weinen. Alle vermuteten, Nour sei eifersüchtig, so ging Faten auch zu ihm, um ihn zu umarmen. Aber er löste sich von ihr und ging zu seinem Cousin Marwan, begann ihn zu umarmen und  wiederholte das Wort "Habibi" (Liebling) - zum ersten Mal in seinem Leben -  immer und immer wieder. Marwan und Nour leben mit ihren Eltern in Saudiarabien, wo ihr Vater arbeitet. Diesen Sommer kamen sie mit ihrer Mutter Ghada hierher, weil sie ihre Familie in Gaza besuchen wollten. Wegen der momentanen Situation entschlossen sie sich dazu, im Haus ihrer Tante und ihres Onkels in der Nähe des Außenministeriums zu wohnen. weiter I english

Ein Brief von Lama in Gaza Sonntagabend, 9. Juli 2006 Wir waren vom Restaurant heimgekommen, wo wir das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaften Italien: Frankreich anschauten. Mein Sohn Luai fragte mich: "Mammy, wo sind Marwan und Isam (seine Freunde)? Ich vermisse sie." Ich sagte: "Marwan ist in Frankreich und Isam ist in Amman." "Wie sind sie denn dahin gekommen, wenn doch die Grenzen zu sind?" "Also, sie sind weggegangen, bevor sie zu waren, und jetzt sitzen sie fest außerhalb von Gaza." Luai antwortete: "Du weißt es eh! Ich werde eine richtige Kanone und ich geh' nach Rafah und erschieße und töte die israelische Armee dort, damit Isam und Marwan und Jiddo (Opa) Fayssal hierher kommen können. Dann geh ich nach Damaskus zur Teta (Oma) Rawda und feiere dort meinen Geburtstag. Sei nicht traurig, die bringen mich nicht um. Ich werde sie umbringen!"  weiter I english

Bericht von Lama Al Hourani*) aus Gaza, 4. und 6. Juli 2006 Vor einer Stunde hörte ich Radio und der Moderator las Tawfiq Zayyads (palästinensischer Poet) berühmtes Gedicht "Wie zwanzig Unmöglichkeiten" ("Like Twenty Impossible"). Ich fühlte mich den Tränen nahe! Wir sind wirklich unmöglich. Ich weiß nicht, wie können wir wirklich noch immer leben, lachen, lieben und hassen, essen, schlafen ... usw. unter den Umständen, unter denen wir leben. Normale Menschen denken und planen ihre Zukunft, wir aber können das nicht. Ich wache am Morgen auf und der erste Gedanke ist "Haben wir elektrischen Strom? Läuft das Wasser noch? Arbeitet der Eiskasten? Geht der Fernseher noch? Kann ich mich duschen, bevor ich zur Arbeit gehe? Ist es möglich mir nach der Dusche die Haare zu trocknen? Gibt es heute Yoghurt und Käse im Supermarkt? Wird es heute Benzin für das Auto geben? Wird es heute Strom geben, um das Semifinale der Fußball-Weltmeisterschaft zu sehen?" So viele Fragen in der Minute, in der du in der Früh deine Augen aufmachst. Es hört sich dumm an, aber in den letzten Wochen wachen wir alle jeden Morgen mit denselben Fragen auf. weiter I english

Das Schweigen Europas. Ein Plädoyer im Interesse Israels. Von Judith Bernstein*)
Süddeutsche Zeitung, FEUILLETON, Freitag, 23. Juni 2006, Seite 12 Nach einer dreiwöchigen Reise durch Israel und die palästinensischen Gebiete scheint mir die Situation in der Region aussichtsloser denn je zuvor. Ich bin in Israel aufgewachsen und bemühe mich seit vielen Jahren, die Kontakte zu beiden Seiten aufrechtzuerhalten sowie Israelis zu Gesprächen mit Palästinensern zu ermutigen. Jedes Mal, wenn ich nach Tel Aviv und Jerusalem fahre, hoffe ich, dass Anzeichen der Entspannung - von Frieden will ich nicht mehr reden - zu erkennen sind. Doch das Gegenteil ist der Fall. weiter

Anstieg der Tötungen von Zivilpersonen im Gaza-Streifen, Vereinte Nationen, UN-Büro für Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den [von Israel] Besetzten palästinensischen Gebieten, 21. Juni 2006 Seit dem 9. Juni sind im Gaza-Streifen durch israelische Militärschläge und Bombardements 32 PalästinenserInnen getötet und 91 weitere verletzt worden. 1) 10 der getöteten PalästinenserInnen waren Kinder, unter ihnen 6, die nicht älter als 5 Jahre alt waren.Chronologie der jüngsten Verluste weiter I english

Genug der Massaker, genug des Schweigens von Luisa Morgantini *) MEP GUE/NGL,
Vorsitz des EP Komitees für Entwicklung und Mitglied des Politischen Komitees der Euromed Versammlung, Strasbourg, 14. Juni 2006
"Genug der Massaker, genug des Schweigens: für die Angriffe in den palästinensischen Territorien ist eine politische Lösung so rasch als möglich notwendig; und wir müssen dem palästinensischen Volk so schnell als möglich volle finanzielle Hilfe geben", erklärte Luisa Morgantini, (GUE/NGL), Vorsitzende des EP Komitees für Entwicklung und Mitglied des Politischen Komitees der Euromed Versammlung. weiter I english

Die Hamas Regierung muss anerkannt werden. Von Tanya Reinhart*), The Electronic Intifada, 1. Juni 2006 Die Hamas Regierung muss anerkannt werden, nicht nur weil die Anerkennung der Hamas gut für Israel wäre, wie der frühere Leiter des Mossad, Ephraim Halevy, vor kurzem argumentierte [1], sondern weil dies mit jedem Kriterium von Recht und internationalen Gesetz der richtige Schritt ist. Die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa haben entschieden, trotz der Opposition Israels, dem palästinensischen Volk zu erlauben, demokratische Wahlen abzuhalten. Nach Jimmy Carters Bericht in der 'Herald Tribune', waren die Wahlen "redlich, fair, heftig umkämpft, gewaltfrei und die Ergebnisse wurden von Gewinnern und Verlierern akzeptiert. Unter den 62 Wahlgängen, die vom ... Carter Center überwacht worden sind, waren diese unter den Besten, die den Willen der Bevölkerung porträtiert haben." weiter I english

Demonstrationen vom 3. Juni in Tel Aviv und Ramallah, Newprofile message 343, Sonntag, 4. Juni 2006 Gestern Abend gab es 2 Demonstrationen - eine in Tel Aviv, die andere in Ramallah. Beide  protestierten gleichermaßen gegen die israelische Besatzung der PalästinenserInnen und ihres Landes, gegen die, den PalästinenserInnen aufgebürdeten Wirtschaftssanktionen und gegen Israels Weigerung mit der, von den PalästinenserInnen demokratisch gewählten Regierung zu verhandeln. Sol hat die Pein der englischen Übersetzung der nachfolgenden Reden, die auf der Protestveranstaltung in Tel Aviv gehalten wurden, auf sich genommen und in den Chorgesang eingestimmt - einen hübsch kleinen Chor von wenigstens 1.500 Menschen  (unter ihnen meine Wenigkeit nebst Ehemann). Ich ersuche Euch dringend den Inhalt dieser Reden so weit als möglich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. weiter I english

Die widersprüchlichen Stimmen der Hamas. Von Menachem Klein*), Haaretz, 1. Juni 2006
Die politischen Texte der Hamas lassen erkennen, dass diese Organisation im Moment nicht fundamentalistisch ist. Für einen Fundamentalisten ist alles eine prinzipielle Angelegenheit; er unterscheidet nicht zwischen Taktiken und Strategie. Er ist sicherlich nicht in der Lage seine Position zu ändern. Aber es sollte hervorgehoben werden, dass die Hamas keine moderate, sondern eine radikale Bewegung ist. Sie verfügt über eine ganze Auswahl an 'Stimmen', darunter viele widersprüchliche. Die radikalen Stimmen sind hinreichend vertraut, aber wir sollten die anderen ebenso kennenlernen. weiter I english

Bericht eines Demonstranten vom Freitag, 12. Mai 2006 Am Freitag, dem 12. Mai, versammelten sich etwa 250 Menschen in Bil'in gegen die israelische Apartheid-Mauer und ihrer Auswirkungen, der Annexion von Land. Wegen des Gedenkens an al-Nakba [= die Katastrophe; die israelische Armee zerstörte während der Gründungstage des Staates Israel - im Mai 1948 - "Al Nakba" mindestens 418 palästinensische Städte und Dörfer und vertrieb die Bevölkerung - Anm. der Übers.] waren mehr Menschen gekommen als zu den üblichen Demonstrationen. Demzufolge war auch die israelische Armee brutaler und gewalttätiger. Mehrere Palästinenser hielten Tafeln mit Appellen, darunter war auch der Bürgermeister von Bil'in. Ein Repräsentant der israelischen Friedensorganisation 'Gush Shalom' gilt einen Appell auf hebräisch, der sich an die circa 30 Soldaten richtete, die anwesend waren, um den Protest zu stoppen. weiter I english

405 palästinensische Studenten unter 18 in israelischen Internierungslagern
Palästinensisches Ministerium für Bildung, 1 May 2006 Seit Beginn der jetzigen Intifada (28. September 2000) wurden mehr als 4000 palästinensische Kinder verhaftet. Zurzeit sind immer noch 405 StudentInnen in Internierungslagern und haben sowohl unter den verschiedensten Arten von Folterungen und Misshandlungen durch die israelische Armee und deren Geheimdienst als auch unter schwierigsten medizinischen und psychologischen Verhältnissen zu leiden. weiter I english

Ein Dorf soll weg - Akaba im Jordantal von Gideon Levy, Ha'aretz / ZNet Deutschland 20.04.2006 Die Klassenzimmer sind im Hof seines Hauses, der Kindergarten und die Dorfklinik direkt daneben und gegen über eine neue Moschee mit einer seltsam herausforderndem Doppelspitze. Alles ist kultiviert, was in den besetzten Gebieten nicht immer so ist. Im Hof seines gut aussehenden Hauses, das als Schule und als Gemeindebüro dient, sitzt der Bürgermeister von Akaba in einem Rollstuhl und erwartet die Gäste. Der Blick ist spektakulär. Am Rande des Jordangrabens - südwestlich von Jenin, nordöstlich von Nablus - sind leuchtend grüne Felder, durch die ein IDF-Jeep zu den Militär-Trainingsfeldern am Rande des Tales fährt. Seine Räder verwüsten die gepflügten Furchen. Dies ist eine militärische Schießübungszone. In den Zementstrukturen jenseits des Dorfes trainiert die IDF den Kampf in bebauten Gebieten (Städte, Dörfer). Wenn die Jeeps nicht die Weizenfelder zerstören, füllen die trainierenden Soldaten die Luft mit Donnergeräuschen und Waffengetöse. weiter

Medizinische Versorgung der Palästinenser unter Besatzung von Sonia Nettnin,
ZNet 10.04.2006 Mehrere Mitglieder des Ibdaa* Health Comitee (IHC) befinden sich derzeit auf einer Reise durch die USA, um die Amerikaner über die verheerenden medizinischen Zustände zu informieren, denen sich die Palästinenser und die Mitarbeiter des Gesundheitswesens in der Westbank, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen ausgesetzt sehen. weiter

Sumud*) gegen Apartheid von Jeff Halper**), The New Internationalist / ZNet 01.04.2006 Dies ist - allgemein gesagt - eine wirklich schlimme Situation. Es ist der politische Augenblick, auf den alle israelischen Regierungen - alle: Labour, Likud und nationale Einheit - seit vier Jahrzehnten der Besatzung hingearbeitet haben: der letzte Vorstoß zu einem erweiterten Israel, der Todesstoß für jeglichen lebensfähigen palästinensischen Staat und eine einseitige Erklärung, der Konflikt mit den Palästinensern sei vorüber. Tatsächlich ist es die endgültige Eroberung von ganz Eretz Israel zwischen Mittelmeer und Jordanfluss, wovon Zionisten das ganze letzte Jahrhundert geträumt haben. weiter

Die Gefängnis-Oberaufseher von Amira Hass, Ha'aretz / ZNet Deutschland 12.04.200 Vor zwei Wochen - am israelischen Wahltag - wollten zwei Fahrer um 8 Uhr früh Tulkarem über den östlichen Ausgang in Richtung Anabta verlassen. Sie erfuhren, dass ihre Passierscheine ungültig waren. Ein Soldat am Checkpoint, der die Durchfahrt verhinderte, entschuldigte sich: Heute ist das Verlassen der Stadt nur Bewohnern der drei benachbarten Dörfer Shufa, Safrin und Beit Lid erlaubt, erklärte er den Machsom Watch Frauen. "Und im allgemeinen ist dies kein Kontrollpunkt ( durch die man mit Passierschein fahren kann AH), sondern eine Absperrung. Und hier gibt es keine Passierscheine; hier gibt es nur besondere Verfahren." weiter

Bulletin zum Selbstmordanschlag in Tel Aviv,  "If Americans Knew"*), 18. April 2006 In den letzten zweieinhalb Wochen (vor dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv) haben israelische Streitkräfte mindestens 26 PalästinenserInnen getötet - davon waren mindestens 5 Kinder - 161 palästinensische Männer, Frauen und Kinder wurden verwundet. Durch einen israelischen Heckenschützen hat eine Studentin letzte Woche ihr rechtes Auge verloren. weiter I english

Eine rassistische Nation von Gideon Levy, Ha'aretz / ZNet Deutschland 26.03.2006 Auch wenn es nicht so aussieht, die Wahlen in dieser Woche sind wichtig, weil sie das wahre Gesicht der israelischen Gesellschaft offenbaren und ihre verborgenen Ziele: mehr als 100 gewählte Kandidaten werden zur Knesset geschickt - auf Grund einer Karte - der Rassismuskarte. Auch wenn wir gewöhnlich denken, dass zwei Israelis drei Meinungen haben, hier wird deutlich, dass fast jeder Israeli nur eine Meinung hat - Rassismus. Die Wahlen von 2006 werden dies deutlicher als je zuvor machen. Eine absolute Mehrheit der Mitglieder in der 17. Knesset wird eine Position einnehmen, die auf einer Lüge beruht: Israel hat keinen Partner für den Frieden. Eine absolute Mehrheit der Knessetmitglieder der nächsten Knesset glaubt nicht an Frieden, ja wünscht ihn nicht einmal - genau wie ihre Wähler. Schlimmer noch: sie sehen die Palästinenser nicht als gleichwertige Menschen an. Rassismus hatte nie so viele freimütige Unterstützer. Dies ist der wirkliche Hit dieser Wahlkampagne. weiter

Abgewürgt in Gaza von Amira Hass, Ha'aretz / ZNet Deutschland 22.03.2006 In den bevorstehenden Wahlen werden die Israelis nicht nur für sich selbst wählen. Sie werden nicht nur Parteien wählen, die ihr eigenes Leben die nächsten vier Jahre lang beeinflussen, sondern auch das von 3,5 Millionen besetzter Palästinenser - so wie sie es 39 Jahre lang getan haben. Die Wahlsieger in Israel werden eine Regierung bilden, die auch die kleinsten Details eines palästinensischen Lebens bestimmen. weiter

Eine widerliche Affäre von Uri Avnery, uri-avnery.de / ZNet Deutschland 18.03.2006 DAS ZENTRALE Thema dieses Artikels ist Widerlichkeit. Deshalb entschuldige ich mich schon im Voraus für die häufige Verwendung dieses und ähnlicher Wörter. Im Wörterbuch finde ich noch eine Reihe von Synonymen: abscheulich, ekelhaft, übel, unangenehm, unsympathisch, gräulich, scheußlich, abstoßend, abschreckend, widerwärtig, hassenswert, verabscheuenswürdig und einige mehr. All diese Wörter beschreiben meine Gefühle über diese Aktion, die am Dienstag in Jericho statt fand. weiter

In grosser Sorge um das Leben von Uri Avnery Nach der Korrespondenz zwischen Otmar Steinbicker, dem Vorsitzenden der Aachener Friedenspreis e.V. und Uri Avneri sind zwei Berichte (FTA, Ha'aretz) zu finden, die den Hintergrund der Morddrohung gegen Uri Avnery zum Gegenstand haben. weiter

Ein Volk von Bettlern von Amira Hass, Ha'aretz / ZNet Deutschland, 01.03.2006 Nicht die Palästinenser sollten es sein, die die Entscheidung der EU begrüßen, eilig weitere $142 Millionen zu spenden, bevor sich die Hamas-Regierung bildet. Israel sollte sich darüber freuen, dass die westlichen Staaten den Palästinensern den wirtschaftlichen Verfall - eine Folge von Israels Besatzung - weiterhin kompensieren. weiter

PCHR: Appell zum Internationalen Frauentag Das palästinensische Institut für Menschenrechte (PCHR) hat die Internationale Gemeinschaft aufgerufen, die anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte palästinensischer Frauen durch die israelischen Besatzungstruppen zu stoppen. In einer Presseerklärung anlässlich des gestrigen Internationalen Frauentages appellierte das Menschenrechtsinstitut auch an die palästinensische Autorität, die Errungenschaften der palästinensischen Frauen zu stützen, die sie sich in vielen Jahren erarbeitet haben, um ihren Beitrag in der Gesellschaft zu leisten und eine führende Rolle zu übernehmen, so das PCHR. weiter I english

Und für Hamas Diät* von Gideon Levy, Ha'aretz / ZNet Deutschland 19.02.2006 Das Hamas-Team hat seit langem nicht so gelacht. Das Team, das von Dov Weissglas, dem Berater des Ministerpräsidenten geleitet wird und zu dem auch der Generalstabschef der IDF, der Direktor des Shin Bet, ranghohe Generäle und Offiziere gehören, waren zu einer Konferenz mit der Außenministerin Zipi Livni zusammengerufen worden, um darüber zu beraten, wie man auf den Wahlsieg der Hamas reagieren solle. Jeder war damit einverstanden, dass man die palästinensische Behörde unter wirtschaftlichen Druck setzen müsse. Und Weissglas - wie gewöhnlich - lieferte die Pointe: "Es ist wie ein Termin beim Diätassistenten. Die Palästinenser sollen schlanker werden, aber nicht sterben," scherzte der Berater und die Teilnehmer konnten sich kaum vor Lachen halten. Und warum nicht bei solch einem erfolgreichen Witz in Lachen ausbrechen und entspannen? Falls Weissglas diesen Witz auch seiner Freundin Condoleezza Rice erzählt, wird sie sicher auch lachen. weiter

Israel isoliert das Jordantal von der restlichen West Bank  von Amira Hass, Haaretz Korrespondentin, 13. Februar 2006 Während sich die internationale Gemeinschaft im letzten Sommer mit dem Abzug aus dem Gazastreifen beschäftigte, vollendete Israel einen anderen Trennungsprozess, der unbeachtet blieb: Israel beendete die Trennung des Ostsektors der West Bank, von dem, was von der West Bank 2005 noch übrig blieb. Etwa 2 Millionen PalästinenserInnen, die in der West Bank wohnen, ist es verboten, dieses Gebiet zu betreten, das etwa ein Drittel der West Bank ausmacht und das Jordantal, den Bereich der Küste des Toten Meeres und die östlichen Abhänge der West Bank Berge einschließt. weiter I english

Palästina am Rande des Zusammenbruchs. Israel muss damit aufhören der Palästinensischen Autonomiebehörde Geld vorzuenthalten. Von Luisa Morgantini*), Brüssel 28/02/06" Palästina steht am Rande eines finanziellen Kollaps. Wir können nicht so tun als ob wir es nicht sehen. Während in den Medien weiterhin davon die Rede ist, was Israels 'Blockade' der Geldmittel für die Palästinensische Autonomiebehörde (PNA) bedeutet, ist das, womit wir es hier in Wahrheit zu tun haben, Diebstahl. Das Geld, das die Israelische Regierung zurückhält - als eine Art Strafe für den Sieg der  Hamas in den vor kurzem stattgefundenen Wahlen - Wahlen, die in einem demokratischen und  rechtskonformen Klima abgehalten wurden, durch europäische und internationale Beobachter attestiert  -  ist die monatliche Steuerrückzahlung, die nach dem Gesetz und in Übereinstimmung mit den Osloer Verträgen und dem Paris Economic Protocol (1994) das rechtmäßige Eigentum der PNA. weiter I english

Zuschauer bei der Liquidation Palästinas von JENNIFER LOEWENSTEIN*), Oxford, England, Freitag, 24. Februar 2006 Für diejenigen, die es noch nicht bemerkt haben, Israel ist gegen eine 2-Staaten-Lösung. Israelische Regierungen haben alles in ihrer Macht stehende getan, um das Entstehen eines palästinensischen Staates zu verhindern und sie werden dies weiterhin tun, solange sie mit der Komplizenschaft mächtiger Freunde und der reichlich vorhandenen öffentlichen  Gleichgültigkeit rechnen können. Unter solchen Umständen, obliegt es uns zu fragen, warum der Hamas - durch Israel und eben diese mächtigen Freunde - angeordnet wurde, "die 2-Staaten-Lösung" zu akzeptieren, besonders da sie - im Gegensatz zu Israel - klar und wiederholt erklärt haben, dass sie einen palästinensischen Staat auf den Gebieten, die Israel im Krieg 1967 besetzt hat, der West Bank, Gazastreifen und Ost-Jerusalem, akzeptieren. Tatsächlich haben das alle ihrer bedeutenden Sprecher gesagt: Zahar, Haniye, Meshal und Yassin und Rantisi, bevor sie ermordet wurden. weiter I english

Geplante Konferenz zur Erlangung einer jüdischen Mehrheit in Acre von Jack Khoury*), Haaretz Correspondent, Haaretz vom Sonntag, 8.1.2006 Am Sonntag findet in Acre, der jüdisch-arabischen Stadt im Norden, eine Konferenz statt, um Möglichkeiten zu finden in Acre eine dauernde jüdische Majorität zu erreichen. Diese Tagung, die erste dieser Art, wurde vom "Neuen Forum zur Stärkung der jüdischen Community in Acre" initiiert, das vom Ratsmitglied Muli Cohen geleitet wird, der Mitglied des Stadtrats der Fraktion des Bürgermeisters Shimon Lankri ist. weiter

Willkommen in Palästina? Hannah, IWPS*, 1.  Januar 2006 Ich bin jetzt seit 4 Tagen hier und bereits 2 Mal durch die neu eröffneten "Terminals", die als Ersatz für die "Checkpoints" an den Einfahrten nach  Bethlehem und Ramallah errichtet wurden. Ich weiß nicht, welche Sprache ich dafür verwenden soll. weiter

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