Bericht eines Demonstranten vom Freitag, 12. Mai 2006
Am Freitag, dem 12. Mai, versammelten sich etwa 250 Menschen in Bil'in gegen die
israelische Apartheid-Mauer und ihrer Auswirkungen, der Annexion von Land. Wegen des Gedenkens an al-Nakba [= die Katastrophe; die israelische Armee zerstörte während der Gründungstage des Staates Israel - im Mai 1948 - "Al Nakba" mindestens 418 palästinensische Städte und Dörfer und vertrieb die Bevölkerung - Anm. der Übers.] waren mehr Menschen gekommen als zu den üblichen Demonstrationen. Demzufolge war auch die israelische Armee brutaler und gewalttätiger. Mehrere Palästinenser hielten Tafeln mit Appellen, darunter war auch der Bürgermeister von Bil'in. Ein Repräsentant der israelischen Friedensorganisation 'Gush Shalom' gilt einen Appell auf hebräisch, der sich an die circa 30 Soldaten richtete, die anwesend waren, um den Protest zu stoppen.
Als die Demonstranten sich den Soldaten näherten, wurden sie mit Tränengas und gummiummantelten Kugeln beschossen. Ein australischer Mann wurde in den Kopf getroffen und mußte mit der Ambulanz weggebracht werden. Danach wurden mehr und mehr Menschen verletzt. Die Ambulanz war voll und einige mußten durch ein Fernsehteam, das vor Ort gewesen war, ins Spital gefahren werden.
Die Demonstranten wollten nicht zu früh weg und es folgten mehrere Konfrontationen. Die Soldaten verwendeten Holzstöcke und mehr Tränengas, um die Demonstranten zu vertreiben. Viele Palästinenser wurden durch die Stöcke verletzt.
Übers. Tina Salhi



