Eine der Wahrzeichen von Khan Younis. Von Lama Hourani, Gaza Sunflower (Blog), Mittwoch, 5. Dezember 2007 Ich hatte das Glück, ihr 1995 in Gaza bei einem Ausbildungslehrgang zu begegnen. Sie war voller Energie, Enthusiasmus, klug und witzig. Sie kam auf mich zu und forderte mich  auf, mich für einen Job in der Organisation, in der sie arbeitete, zu bewerben. Ich war gespannt darauf, sie besser kennenzulernen. Ich fragte mich, ob sie eine Rückkehrerin war  oder im Gazastreifen geboren worden war. Überraschenderweise fand ich heraus, dass sie in Khan Younis geboren und ihr gesamtes Leben dort verbracht hat, einer Stadt, die im Zentrum des Gazastreifens liegt. weiter I english

Die 12 Mythen von Annapolis. Von Phyllis Bennis*), Institut für Politische Studien, 29.  November 2007 Mythos Nr. 1. Die Annapolis Konferenz war dazu gedacht, ernsthafte neue Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern in Gang zu setzen, die darauf abzielten, die Besatzung zu beenden und einen gerechten, nachhaltigen und umfassenden Frieden in der Region herzustellen und der auf einer zwei-Staaten Lösung basiert. Genaugenommen hatten die zwei Hauptgründe für die Konferenz praktisch nichts mit Israel oder Palästina zu tun. weiter I english

Gaza, Ramallah: Auseinandergerissen im selben Land. Von Lama Hourani, Gaza Sunflower (Blog), 26. November 2007  "Mami, was ist das? Wir sind doch in Ramallah, nicht in Gaza!!" Das war Luais Reaktion auf das donnernde Geräusch vor einigen Tagen. Es war so stark, dass wir sekundenlang dachten, es wäre eine Schallbombe. Ja, seit 30. Juni sind wir in Ramallah. An dem Tag ohne Rückkehrerlaubnis wurde mir gestattet, Gaza zu verlassen. Ich verließ Gaza mit Luai, aber mein Mann Adi blieb da, weil er zu diesem Zeitpunkt hoffte, dass sich die Umstände bessern würden. Aber sie sind nicht besser geworden. Adi mußte alles was wir hatten verkaufen, das Auto, die beinahe vier Jahre alte Wohnung und die Möbel und dann wartete er auf die Genehmigung, das Permit, zu uns nach Ramallah zu kommen. Erst am 15. Oktober konnte er kommen. weiter I english

Amsterdam, November 2007 Die kollektive Bestrafung der Bevölkerung von Gaza muss aufhören ! Als jüdische Mitglieder der europäischen Zivilgesellschaft und FriedensaktivistInnen, die Europäischen Juden für einen gerechten Frieden (EJJP) verurteilen aus tiefster Überzeugung die derzeit stattfindende kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes im Gazastreifen durch die israelische Regierung. Diese Aktionen stehen nicht nur in vollständigem Widerspruch zur Genfer Konvention sondern steigern sich zu Kriegsverbrechen. weiter

Übergang Erez: Was das Auge nicht sieht... Fälle von Leben oder Tod. Appell der Physicians for Human Rights-Israel, 31.10.2007 Es sind kaum zwei Wochen vergangen, seitdem Israel durch umfangreiches Medieninteresse erfolgreich dazu gebracht wurde, den Zugang für Patienten zu lebensrettender Betreuung über den Übergang Erez zu gestatten, nun hat die israelische Politik am Übergang zur Wiederholung einer ähnlichen Krise geführt: Sechzehn Patienten in lebensbedrohlichem Zustand strandeten ohne ausreichende Versorgung in Gaza wegen "Verboten aus Sicherheitsgründen". Ein Krebspatient, der einen Erlaubnisschein (Permit) hatte, wurde einen vollen Tag am Übergang Erez festgehalten und dann zur Umkehr gezwungen. Innerhalb einer Wochen starben zwei Patienten mit Permit am Übergang Erez. Seit 28.10.2007 wurde der Übergang Erez wieder geschlossen. weiter I english

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost - EJJP Deutschland, München, 30. Oktober 2007, Pressemitteilung. Die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" protestiert nachdrücklich gegen die beabsichtigte Drosselung der israelischen Energielieferungen in den Gazastreifen, die Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz vorläufig gestoppt hat.  weiter

Das erste Land, das Folter legalisiert. Israels Militärgerichtshofe von innen. Von Lisa Hajjar*), Counterpunch, 29. Oktober 2007. Sollten die Vereinigten Staaten auf ihrer Suche nach der Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Sicherheit und Freiheit im "Krieg gegen Terror" mit Israel in seiner Behandlung palästinensischer Häftlinge wetteifern wollen? Das ist die Position, für die die Anwälte Avi Stadler und John Chandler in Atlanta und einige andere für die Häftlinge in Guantanamo eintreten. Dass Menschen im Gewahrsam der USA jahrelang ohne Anklage in Einzelhaft gehalten und verurteilt oder unbegrenzt auf der Basis von unter Folter erpressten Geständnissen festgehalten werden können ist schlimmer als eine nationale Schande. Es ist ein Angriff auf die grundsätzlichen Regeln des Rechts.  weiter I english   

Jean Ziegler: Israel ist das schlimmste koloniale Regime, 28.10.07 - Pal. Inf. Center   
Gaza: 1,5 Millionen Menschen werden eingesperrt - und die westliche Welt schaut zu! Wo sind die Politiker, welche die Menschenrechte in jedem versteckten Winkel der Welt einfordern, wenn solch eine offensichtliche Menschenrechtsverletzung vor aller Augen geschieht? New York, (PIC), Jean Ziegler, der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, verurteilte die israelische Besatzung und beschrieb sie als das einzige "koloniale Regime", das sich weigert, sich an das Völkerrecht zu halten. Er rief die UN auf, eine effektive(re) Politik durchzuführen, die Israel zwingt, sich an die Menschenrechte und die Genfer Konvention zu halten. weiter I english

VIERZEHNTES INTERNATIONALES TREFFEN DER FRAUEN IN SCHWARZ
VALENCIA, SPANIEN, 16. BIS 20. AUGUST 2007   "Frauen in Schwarz" ist ein internationales Netzwerk von feministischen, antimilitaristischen Frauen, die für den Frieden tätig sind. Sie sind KriegsgegnerInnen, lehnen Gewalt, speziell gegen Frauen, ab, und fördern die Beteiligung von Frauen bei der Lösung von Konflikten und bei Friedensverhandlungen. Das internationale Netzwerk von "Frauen in Schwarz" begeht vom 16. bis 20. August 2007 sein vierzehntes Treffen in Valencia. Diese internationale Frauenbewegung, die laufend wächst und bereits in vielen Staaten quer über den Globus besteht, wurde im Jahr 1988 in Israel gegründet, als eine Gruppe von Frauen - schwarz gekleidet, in Trauer um alle Opfer, von beiden Teilen der Bevölkerung  - in der Öffentlichkeit zu demonstrieren begann - schweigend, und sie trugen Tafeln mit einer Losung: Ende der Besatzung. weiter

Dorothy Naor (New Profile) zu nachfolgendem Artikel Nurit Peled-Elhanans Danke Viktoria fürs Weitersenden und danke an Marc für die Übersetzung (aus dem Hebräischen) von Nurits wichtigem, bewegendem Artikel, der genau zur rechten Zeit kommt. Wenn uns jetzt täglich, morgens, mittags und abends in den israelischen Medien, den Zeitungen, im Fernsehen und Radio die Aufrufe an die jungen Leute verfolgen, sich beim Militär zu melden, wenn die Medien und die Regierung alle einstimmig - nationalistisch und militaristisch - uns, die Israelis, womöglich auf den nächsten Krieg vorbereiten - ist hier eine Mutter, die ihre eigene 13jährige Tochter durch einen Selbstmordanschlag verloren hat, und uns hier sagt, warum sich ihr Sohn nicht beim Militär melden soll. weiter I english 

Europa muss handeln! Gespräch mit Dror Feiler, Vorsitzender der Organisation EJJP (European Jews for a Just Peace) „antifa“, Juli/AugustIhre Organisation „Europäische Juden für einen gerechten Frieden“ hat Anfang Juni 2007 ihre 5. Jahrestagung in Berlin durchgeführt. Mit welchen Ergebnissen? weiter

Anarchisten unter Beschuss Neve Gordon 30. Juli, 2007 Im Laufe der letzten fünf Jahre ist das israelische Friedenslager kleiner geworden. Letzten Monat jährte sich der 40. Jahrestag der Besetzung, und nicht mehr als 4.000 Menschen versammelten sich in Tel Aviv, um gegen Israels lange dauernde Militärherrschaft zu protestieren. Von den Demonstranten, die erschienen waren, sind nur einige Hundert leidenschaftliche Aktivisten – Menschen, die ihr Leben dem Kampf um Frieden und Gerechtigkeit gewidmet haben. weiter

Eine Bevölkerung wird zerstört. Von Richard Falk*), IMEU, 20. Juli 2007    Die jüngsten Entwicklungen in Gaza sollten jeden Menschen mit ein wenig Gespür für Menschlichkeit verstören. Es peinigt besonders mich als amerikanischen Juden, dass die andauernden, systematischen und grausamen Übergriffe auf die PalästinenserInnen in Gaza dabei sind der Welt neuester Holocaust zu werden. Ich sage das in dem Bewußtsein des zurecht zugeteilten Sonderstatus, den der Nazi Holocaust in unserer Moralvorstellung hat, wegen seiner unverhohlenen völkermörderischen Absicht, seiner systematischen und ununterbrochenen Grausamkeit, ebenso wie wegen seines Vertrauens auf die Mentalität und die Instrumente der Moderne. weiter I english

[Der leider noch immer gültige Artikel] Die Einschränkungen bleiben: Leben mit Verboten in Palästina. Von Amira Hass, 22.1.07, Counterpunch  Alle Versprechungen, die Einschränkungen in der Westbank zu lockern, haben das wahre Bild nur verdunkelt. Ein paar Straßensperren wurden weggeräumt, aber die folgenden Verbote sind geblieben. (Diese Informationen wurden von Haaretz, UN-OCH und Machsom-Watch gesammelt) Ständige Verbote: *PalästinenserInnen aus dem Gazastreifen dürfen sich nicht... weiter I english

Kurzfristige Hilfsmittel in einem langfristigen Desaster. Unterwerfung oder Widerstand in Gaza? Von PHILIP RIZK*), Counterpunch, 11. Juli 2007  In den vergangenen Wochen gab es eine ganze Serie von Kommentaren über Gaza. Die militärische Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas brachte die Malaise der Bevölkerung, die Schwäche der Fatah und Fähigkeit der Hamas Recht und Ordnung in die Tat umzusetzen ans Licht der Weltöffentlichkeit. Als KommentatorIn von außen ist es ziemlich einfach, in dieser scheinbaren Spaltung zwischen Fatah und Hamas Partei zu ergreifen und trotzdem, was steht wirklich auf dem Spiel, für die PalästinenserInnen in Gaza, die jetzt von einem Hamas-Kabinett regiert werden, das eigentlich vom Präsidenten gefeuert wurde und für die PalästinenserInnen in der West Bank, die von einem Fatah-Präsidenten und seiner einseitig festgelegten Notstandsregierung regiert werden? weiter I english

Wir sind keine Super-Menschen. Von Lama Hourani, Gaza, Freitag, 22. Juni 2007 Während ich in die Augen meines Sohnes Luai schaue, sind meine voller Tränen. Ich kann mich kaum beherrschen, nicht vor ihm in Tränen auszubrechen. Seit zwei Tagen versuche ich, ihn aus der Wohnung zu bringen. Doch er weigert sich und sagt: "Ich möchte nirgendwo hingehen, Mami, ich will lieber zu Hause bleiben." Offenbar hat er Angst hinaus zu gehen, nach den vielen Geschichten über das Morden und die Schiessereien, die er in der vergangenen Woche von seinen Freunden gehört hat. weiter I english

Rede Nurit Peled-Elhanans*) bei der Demonstration in Tel Aviv anlässlich 40 Jahre Besatzung. Kibush-Occupation Magazine, 9. Juni 2007, engl. Übers. von Mark Marshall   
Guten Abend. Es ist mir eine große Ehre auf dieser Bühne neben meinem Freund und Bruder Bassam Aramin zu stehen, neben einem Mann des palästinensischen Friedenslagers, eines der Begründer der 'Kämpfer für den Frieden'-Bewegung, in der zwei meiner Söhne sind, Alik and Guy. Erst letzte Woche, am Dienstag in Anata und am Mittwoch in Tul Karem, ist es der 'Kämpfer für den Frieden'-Bewegung gelungen, zwei grosse Versammlungen zu organisieren und zehntausend PalästinenserInnen für ihr Ziel zu werben - einen gemeinsamen gewaltlosen Kampf gegen die Besatzung durch enge Zusammenarbeit zwischen Israelis und PalästinenserInnen. Gäbe es die rassistischen Gesetze des Staates Israel nicht, könnten die tausenden Menschen heute Abend alle hier bei uns sein, um ein für alle Mal zu beweisen, dass wir einen Partner haben. weiter I english

In Lobpreisung der Besatzung. Von Amira Hass, Haaretz, 5. Juni 2007 Die Besatzung, die der Krieg 1967 bescherte, leistete eines: sie vereinigte die Mehrheit des palästinensischen Volkes wieder in den Grenzen ihrer Heimatgebiete. Zum ersten Mal seit 19 Jahren war es den PalästinenserInnen wieder möglich, auf dem Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan zusammen zu leben und einander als Gruppe zu erleben. weiter I english 

Jüdischer Friedensruf an die G8. Europäische Föderation fordert EU-Engagement. Von Peter Nowak, Neues Deutschlan, Freitag, 8. Juli 2007 Mit einem Appell zur Entspannung des Nahost-Konflikts haben sich die Europäischen Juden für einen gerechten Frieden zu Wort gemeldet. Die israelische Regierung wird von verschiedenen Seiten wegen ihrer Politik in den besetzten Gebieten kritisiert. Oft wird diese Kritik auch von Linken in Deutschland in die Nähe des Antisemitismus gerückt. Diesen Vorwurf kann man den Europäischen Juden für einen gerechten Frieden (EJJP) sicherlich nicht machen. In der Organisation haben sich in Europa lebende Juden zusammengeschlossen, die sich für eine Entspannung zwischen Israel und Palästina einsetzen und die israelische Regierungspolitik kritisieren. weiter  

"Israels Regierungen sind von jeher friedensresistent". Besatzung Palästinas eines der wichtigsten Probleme der Gegenwart. Internationaler Druck auf Tel Aviv notwendig. Ein Gespräch mit Felicia Langer*), junge Welt, 5. Juni 2007  Sie werden am kommenden Sonnabend in Berlin auf einer Kundgebung anläßlich des 40. Jahrestages des Sechstagekrieges sprechen, die unter dem Motto »Die Welt sagt NEIN zur israelischen Besatzung!« stehen wird. Warum nehmen Sie an der Demonstration teil? weiter   

Permanenter Aggressor. Von Knut Mellenthin*), junge Welt, 5. Juni 2007    
Vor 40 Jahren überfiel Israel seine Nachbaarstaaten Ägypten, Syrien und Jordanien. Bis heute bedroht Tel Aviv mit seiner Hochrüstung den gesamten arabischen Raum  
Am Vormittag des 5. Juni 1967 teilte die israelische Regierung der Welt mit: "Seit dem heutigen frühen Morgen finden an der Südfront heftige Kämpfe zwischen ägyptischen Panzer- und Luftstreitkräften, die sich gegen Israel in Bewegung gesetzt haben, und unseren Streitkräften statt, die Maßnahmen zur Abwehr ergriffen." weiter

25% der illegalen jüdischen Bauten der West Bank befinden sich auf palästinensischem Land. By Uri Blau*), Haaretz, 5. Juni 2006 Ein interner Bericht der Zivilverwaltung (Civil Administration) hat ergeben, dass mindestens 25 Prozent der von Israelis in der Area C (völlig unter israelischer Kontrolle) der Westbank errichteten Bauten, auf arabischem (palästinensischem) Privatbesitz erbaut wurden.  Dem Bericht zufolge wurden lediglich 0,5 Prozent der illegalen Bauten auf Land errichtet, das auf jüdische Eigentümer eingetragen ist. Die Daten zeigen auch, dass Israel eine diskriminierende Politik praktiziert: handelt es sich um von Juden errichtete illegale Bauten, kommen diese glimpflicher davon.  weiter I english

Humanitäre Hilfe ist zu wenig: Nachhilfe in Völkerrecht Anmerkungen zum Prinzip, nie wirklich zur Verantwortung gezogen werden zu können: ein bedrückendes Fazit nach vierzig Jahren israelischer Besatzung der palästinensischen Gebiete - von Jessica Montell Eines der bemerkenswerten Elemente von Israels Besatzungsregime in der West Bank und dem Gazastreifen, das sich nun dem 40. Jahrestag nähert, ist der Mangel an Rechenschaftspflicht und Verantwortung. Für Menschenrechte und Demokratie ist der Grundsatz, dass jedermann/frau für seine/ihre Taten und Unterlassungen verantwortlich ist. Jedoch vom 20 Jahre jungen Soldaten an einer Straßensperre bis zu den höchsten Kreisen in Militär und Politik wird kaum jemand damit rechnen müssen, für seine Behandlung der Palästinenser zur Verantwortung gezogen zu werden. weiter

Genug der Verwirrung. [Die IDF und die Straffreiheit]. Von Gideon Levy, Ha'aretz, 6. Mai 2007   Der Bretzelmann bot drei Stück für 10 Schekel an. Auf seiner Kiste klebte "Wahlen jetzt",  offensichtlich dachte er, das würde seine Verkäufe fördern. Der Protest des Händlers unterschied sich nicht von dem zehntausender Israelis, die schließlich ihre Häuser, Wohnungen und ihre Gleichgültigkeit hinter sich gelassen hatten und heraus auf den Platz kamen. Mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Stadt - "Olmert, go home" - drückten sie ihre Verwirrung und ihren Richtungsverlust aus. Obwohl dieses verspätete Erwachen Lob verdient, verdient sein Inhalt Tadel. weiter I english

Blut an unsern Händen. Von Uri Avnery, uri-avnery.de / ZNet Deutschland 14.04.2007Im Augenblick sind Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch in vollem Gange. Wobei der Ausdruck "Verhandlungen" nicht wirklich passt. "Feilschen" würde besser passen. Man könnte sogar einen noch hässlicheren Ausdruck verwenden: "Menschenhandel".  Bei dem geplanten Deal geht es um lebendige Menschen. Sie werden wie Waren behandelt, mit denen die Verantwortlichen auf beiden Seiten feilschen, als ob es sich um ein Stück Land oder eine Ladung Früchte handeln würde. weiter I english 

Gefangene oder Kriminelle?  Von Amira Hass, Ha'aretz / ZNet Deutschland 11.04.2007  Die Rallye für die entführten Soldaten und ihre Familien als Druckmittel gegenüber den Politikern deutet auf eine vernünftige Entwicklung hin: die israelische Öffentlichkeit zweifelt an den Motiven und der Fähigkeit der Regierung des Ministerpräsidenten Ehud Olmerts hinsichtlich der drei Gefangenen. Der Glaube an die Politiker in bezug auf Kriegsgefangene pflegte einem Tabu gleich zu kommen. Nun nicht mehr. weiter I english  

AUFRUF DES IWC*) ZUR NORMALISIERUNG DER BEZIEHUNGEN ZUR NEUEN PALÄSTINENSISCHEN REGIERUNG, 22. März 2007  Die IWC sieht die Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung als einen bedeutenden  positiven Schritt nach vorne. Diese Regierung, eine Koalition auf breiter Basis, die aus den verschiedenen parlamentarischen Gruppierungen der palästinensischen gesetzgebenden Versammlung besteht, verleiht zahlreichen Meinungen in der palästinensischen Gesellschaft eine Stimme. Ihr Programm bietet die notwendigen Elemente zur Wiederaufnahme
von Verhandlungen für einen endgültigen Status und zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.   weiter I english

Ein merkwürdiges Ausland. Von Amira Hass*), Ha'aretz, 14. Februar 2007 Nun ist es offiziell: der Gazastreifen ist "Ausland". Ab 1. Februar mussten die wenigen Israelis, deren Betreten des Gazastreifens von der Armee genehmigt wurde, einen Pass an der Erez-Grenzkontrollstelle vorzeigen. Sie wurden auf dem Computer des Innenministerium aufgelistet, dass sie die Landesgrenze überschritten hätten. Der Gazastreifen ist in merkwürdiger Weise "Ausland". Israelis benötigen einen Pass, um dorthin zu gelangen und palästinensische Jerusalemer benötigen einen Passierschein, genau so einen, als wenn sie vom Internationalen Ben-Gurion-Flughafen nach Paris fliegen würden. Aber wenn dieselben Jerusalemer Bürger über die Allenby-Brücke nach Jordanien gehen, benötigen sie einen Jordanischen Pass. Und die Palästinenser, die in diesem "Ausland" leben - die Bewohner von Gaza - sind vorläufig ausgenommen, mit einem palästinensischen Pass die Grenze zu überqueren. Diese Ausnahme gilt auch für Bewohner der Westbank - auf Befehl des ( isr.) Innenministers. weiter I english

Lasst unsere Kinder leben. Von Nurit Peled-Elhanan. 20. Januar 2007 Bassam Aramin war 9 Jahre lang deshalb in einem israelischen Gefängnis, weil er Fatah-Mitglied im Gebiet von Hebron war und versucht hat, eine Granate auf einen israelischen Jeep der Armee zu werfen, der im besetzten Hebron patroullierte. Am Mittwochmorgen, hat ein israelischer Soldat seine neunjährige Tochter Abir in den Kopf geschossen.   weiter I english

Allerdings gibt es Apartheid in Israel. Von Shulamit Aloni*), Ynet News, 6. Januar 2007 Ein neue Weisung, die von der Zentralkommandantur [der israelischen Streitkräfte; Anm. Übers.] herausgegeben wurde, verbietet die Beförderung von PalästinenserInnen mit israelischen Fahrzeugen. Diese krasse Verletzung des Rechts zu reisen reiht sich ein auf der langen Liste der Menschenrechtsverletzungen, die Israel in the [Besetzten] Gebieten realisiert hat. weiter I english

Der größte Siedler. Von Gideon Levy, 7.1.07 Unter den vielen Nachrufen, die von verschiedenen Gruppen nach dem Tod Teddy Kolleks veröffentlicht wurden, fehlte auffallend der Nachruf einer Gruppe: des Rates der jüdischen Siedlungen von Samaria und Judäa (Yesha).  Es ist schon recht schwierig, diese Undankbarkeit der Siedler gegenüber der Person zu verstehen, die annähernd 200000 Juden in die besetzten Gebiete gebracht hat - mehr als jede andere Person. Das Siedlungsunternehmen schuldet gerade Teddy Kollek großen historischen Dank. Weder Rabbi Mosche Levinger noch Hanan Porat oder Aharon Domb oder Zeev Zambish Hever sind für das Ansiedeln so vieler Israelis jenseits der grünen Linie so verantwortlich wie Teddy Kollek, der aufgeklärte Wiener Liberale. weiter I english

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